Zusatzmaterialien zur Folge 21

Gibt es ein Menschenrecht
auf sauberes Wasser?

Interessierte Hörerinnen und Hörer finden auf dieser Seite weiterführende Informationen zum Sendungsthema als Zusatzmaterial. Philosophische Neulinge und Fortgeschrittene erwarten ganz unterschiedliche Angebote zum Stöbern, Überfliegen oder Weiterdenken. Zeitmarkierungen erleichtern die  Bezüge zur Sendung für Lehrkräfte; Seitenangaben verweisen Multiplikatoren auf die Manuskripte.

Folge 21 zum Nachhören und Herunterladen
Zusatzmaterialien als PDF zum Herunterladen

Die Materialien wurden zum Zugriffszeitpunkt 27.4.2015 erstellt von:
Raphael Gehrig, Leonore Havemann, Ewelina Zeddouk (Studierende)
Sebastian Boll, M. A.; Dr. des. Jakob Krebs; OStR i. H. Sabine Reh
Institut für Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Inhalt

1. Perspektiven
– 1.1 Wasser und Menschenrechte
– 1.2 Zum philosophischen Hintergrund
2. Konzepte
– 2.1 Philosophie der Menschenrechte
– 2.2 Wasser als Menschenrecht
– 2.3 Wasser und das Recht auf Leben
3. Personen
4. Didaktik

Tagxedo, Folge 21

1. Perspektiven

_Banner_Perspektiven

Das Prinzip aller Dinge ist Wasser;
aus Wasser ist alles,
und ins Wasser kehrt alles zurück.
Thales von Milet

Wasser ist der Ursprung aller Dinge – es schenkt und erhält Leben. Für uns in Deutschland ist es ganz normal, überall Zugang zu sauberem Trinkwasser zu haben. Es ist daher für uns schwer vorstellbar, dass Wasser eine Ressource ist, die nicht im Überfluss existiert. Dies macht sich vor allem in manchen Entwicklungsländern stark bemerkbar. Dort bestimmt der Kampf um sauberes Trinkwasser den Tagesablauf. Die Vereinten Nationen weisen darauf hin, dass die Welt auf einen Wassermangel zusteuert. Seit 2010 gibt es ein Menschenrecht auf sauberes Wasser, das den Zugang zu sanitären Anlagen und Trinkwasser sichern soll. Aber wie kann sauberes Wasser gerecht auf alle Länder verteilt werden? Was kann gegen die Privatisierung des Wassershandels unternommen werden? Kann es ein Menschenrecht auf sauberes Wasser überhaupt geben oder ist dies nur als Appell zu verstehen? Die aktuellen Wasserkrisen eröffnen viele Fragen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, die ethischen und philosophischen Hintergründe aber werden seit Jahrhunderten diskutiert.

Die Rubrik „Perspektiven“ bietet zunächst einige allgemeine Hinweise auf die Relevanz des Sendungsthemas und seine philosophischen Hintergründe. Spezifische Erläuterungen folgen dann in der Rubrik „Konzepte“.

1.1 Wasser und Menschenrechte

Bezug Manuskript: S. 1, 6; Bezug Audio: 1:00, 5:50

Online-Artikel (Spektrum)
Was tun gegen die Wasserknappheit? (Tanja Krämer)
Dieser kurze Übersichtsartikel berichtet über die Problematik der weltweiten Wasserknappheit: Der Wasserverbrauch nimmt immer weiter zu, die Ressourcen sind jedoch begrenzt. Inzwischen gibt es neue Techniken, um die Wasserversorgung zu optimieren – doch reicht das aus, um alle Probleme zu beseitigen?

Online-Artikel (Spektrum)
Globaler Wassermangel muss nicht sein (Peter Rogers)
Ähnlich wie der vorherige Artikel befasst sich die Darstellung von Peter Rogers mit der weltweiten Wasserknappheit und dem Bedarf an Süßwasser. Er umfasst neun Seiten und kann auf Spektrum.de auch kostenlos heruntergeladen werden. Im Wesentlichen werden Themen wie Süßwasserressourcen, Erhaltung der Ökosysteme und Möglichkeiten der Verbesserung von Infrastrukturen angesprochen. Angereichert und ergänzt wird die Darstellung von anschaulichen Grafiken.

Online-Artikel
Wem gehört das Wasser? (3sat)
In dem Artikel wird eine Sendung, die den Verteilungskampf um die Ressource „Wasser“ beleuchtet. Während die Vereinten Nationen den Zugang zu sauberen Trinkwasser als Menschenrecht deklarieren, beabsichtigen Großkonzerne Wasser als Produkt möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Die gleichnamige Dokumentation verfolgt die Spuren des Geschäftes mit dem Wasser rund um den Globus.

Online-Artikel
Das Trinkwasser wird knapp (ZEIT online)
Diese Zusammenfassung eines UN-Berichtes auf der Internetpräsenz der Zeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der weltweiten Wasserverschwendung und warnt gleichzeitig vor bedrohlichen Folgen. Die Vereinten Nationen weisen darauf hin, dass es Veränderungen in der Verwaltung, Aufteilung und Nutzung der Ressource Wasser geben muss. Sie schlagen als Lösung vor: Wasser soll teurer werden!

Online-Chronik
Wassertag (UNESCO)
Seit 1993 veranstaltet die UN am 22. März einen Weltwassertag, der jedes Jahr unter einem neuen Thema steht. Die hier aufgeführte Internetseite bietet einen Überblick über die verschiedenen Themen der vergangenen Jahre. 2015 lautet das Motto „Wasser und nachhaltige Entwicklung“; im vergangenen Jahr wurde „Wasser und Energie“ thematisiert. Sinn dieser Einführung ist es, das öffentliche Bewusstsein auf kritische Themen rund um die Bereiche „Wasser“ und „Wasserentwicklung“ zu lenken. Weitere Hinweise zum „World Water Day 2015″ finden sich auf den englischsprachigen Seiten von UN Water und UNESCO.

Online-Artikel (Deutschlandfunk)
Probleme der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (Ralph Ahrens)
In dem Artikel aus dem Jahr 2004 geht es um die globale Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung. Was sind die Vorteile, wenn sich die Versorgung immer mehr von der öffentlichen Hand auf private Anbieter verlagert – und welche Gefahren gehen davon aus? Hier werden vor allem Themen wie Profit beim Wasserhandel, Grundsicherung und Infrastrukturprobleme angesprochen und anhand der Praxis in Manila, Berlin und Hamburg erläutert.

Online-Video (12:07)
Der Krieg um Wasser findet nicht statt (bpb)
Das Video ist eine Folge aus dem geopolitischen Magazin „Mit offenen Karten“ des TV-Senders arte. In der Sendung geht es um die globalen Konflikte, die aufgrund des Wassermangels entstanden sind. Der Fokus liegt dabei auf geopolitischen Aspekten und den drohenden Spannungen rund um das Thema Wasser. Der Beitrag verdeutlicht anschaulich das Konfliktpotenzial, das der gerechten Verteilung von sauberem Wasser zugrunde liegt. Die Sendung bietet sich dafür an, vielseitige Informationen und einen Überblick über den Verteilungskampf von sauberem Wasser und die Wasserkrise zu bekommen.

↑ nach oben

1.2 Zum philosophischen Hintergrund

Bezug Manuskript: S. 7, 12; Bezug Audio: 7:20, 13:00

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin,
dass er tun kann, was er will, sondern,
dass er nicht tun muss, was er nicht will
.
Jean-Jacques Rousseau

Online-Artikel
Wasser als Ursprung aller Dinge (Wikipedia)
Thales‘ Idee, Wasser sei ein kosmologisch zentrales Element, fällt in Aristoteles‘ Philosophiegeschichte zusammen mit dem Beginn der abendländischen Philosophie. Thales konnte sich dabei allerdings an ozeanische Schöpfungsmythen des alten Orients orientieren. Einen kurzen Überblick zu Thales und zur Rolle des Wassers in seiner Kosmologie bietet der deutschsprachige Wikipedia-Artikel. In der englischsprachigen Internet Encyclopedia of Philosophy findet sich ein ausführlicherer und gut sortierter Überblick zu Leben und Ideen von Thales. Relevant ist hier insbesondere der dritte Abschnitt: „Thales says Water is the Primary Principle„.

Online-Originaltext (engl.)
Leviathan (Thomas Hobbes)
Thomas Hobbes untersucht im Leviathan die Natur des Menschen und die Recht- und Gesetzmäßigkeit politischer Herrschaft. In seinem Werk überlegt Hobbes zunächst, wie es wäre, wenn es den Staat und die daraus resultierende Ordnung nicht gäbe. Die Antwort darauf ist ein „Naturzustand“, in dem alle Menschen von Grund auf gleich sind. Mit dem Naturzustand geht die Freiheit jedes einzelnen einher, die allgemeine Rechtsfreiheit kommt jedoch einem Überlebenskampf aller gegen alle gleich. Nach Hobbes ist daher der Staat notwendig, um den inneren Frieden zu erzwingen, eine Ordnung zu erschaffen, an die sich alle Individuen halten. Hobbes beschreibt den Naturzustand als rechtsfreien Raum – es herrscht kein positives, vom Menschen auferlegtes Recht, sondern ein Naturrecht. Es ist „die Freiheit, nach welcher ein jeder zur Erhaltung seiner Kräfte beliebig gebrauchen und folglich alles, was dazu beizutragen scheint, tun kann“ (Leviathan, Kap. 14).

Online-Originaltext (engl.)
Two Treatises of Government: Book II (John Locke)
Im fünften Kapitel seines Werkes Two Treatises of Government behandelt Locke die Gleichheit, die Freiheit, das Eigentum und das Recht auf Unverletzlichkeit von Personen als oberste Rechtsgüter. Vor dem Hintergrund der Idee eines Naturzustandes entwickelt er eine Gesellschaftstheorie und eine egalitäre Naturrechtslehre. Nach dieser haben alle Menschen als Menschen gewisse Rechte. Zu diesen Rechten gehören beispielsweise das Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum. Diese Rechte gelten für jedes Subjekt unabhängig von den Gesetzen in der Gesellschaft, in der es lebt. Die Frage nach dem Recht auf Wasser beantwortet Locke so, dass man ein Privateigentum an natürlichen Ressourcen schlichtweg nur dann haben kann, wenn genügend für andere übrig bleibt.

Online-Portal
Ideengeschichte der Menschenrechte (A Global Ethic now!)
Diese Lernplattform der Stiftung Weltethos gibt einen kurzen Überblick über die Ideengeschichte und den sozialgeschichtlichen Kontext der Menschenrechte. Es wird die Entstehung und Entwicklung der Menschenrechte von der Antike über das Mittelalter und die Aufklärung bis hin zur Neuzeit präsentiert. Auch die wichtigsten philosophischen Vertreter und Denker wie Aristoteles, Hobbes, Locke und Kant werden genannt und kurz beschrieben.

Online-Artikel (bpb)
Menschenwürde als philosophischer Maßstab (Johannes Reiter)
In diesem Artikel werden Begriffsgeschichte und Begründung der Menschenwürde kompakt und verständlich erläutert. Erzählt wird die Geschichte ausgehend von der Antike über die christliche Idee der Gottebenbildlichkeit, die Renaissance und Kants Moralphilosophie bis hin zum deutschen Grundgesetz und der Formulierung allgemeiner Menschenrechte. Problematisiert werden uneingeschränkte und gestufte Würde-Begriffe, wie sie in der aktuellen Debatte um die Stellung des Menschen im Kontext biotechnologischen Fortschritts diskutiert werden müssen.

Die Frage, ob Wasser als natürliche Ressource überhaupt eine Handelsware sein darf, klang bereits in der zweiten Sendung des Funkkollegs Philosophie an (Dürfen wir alles zur Ware machen?). Auch die Zusatzmaterialien zur zweiten Sendung präsentieren deshalb Überlegungen zu ökonomischen Maßstäben im Verhältnis zu sozialphilosophischen Positionen.

↑ nach oben

2. Konzepte

_Banner_Konzepte

Die Rubrik „Konzepte“ greift zentrale philosophische Begriffe der Sendungen auf und verweist mit Hilfe kurzer Erläuterungen und Kommentare auf vertiefende Ressourcen wie Internet-Portale, Online-Videos und klassische Bücher. Auch hier kann nach eigenem Ermessen und Vorwissen übersprungen oder tiefer eingetaucht werden.

2.1 Philosophie der Menschenrechte

Bezug Manuskript: S. 6, 14; Bezug Audio: 5:50, 16:10

Einem die Menschenrechte zu verweigern, bedeutet,
ihn in seiner Menschlichkeit zu missachten.

Nelson Mandela

Online-Portal (Artikel und Video, 01:33)
Geschichte der Menschenrechte (Planet Wissen)
Einen einführenden Überblick zum Thema Menschenrechte bietet die Internetplattform von Planet Wissen. Die Beiträge informieren über die Entstehung und Entwicklung der Menschenrechte mit besonderem Bezug auf Zivilcourage, die Rolle von Amnesty International und Menschenrechtsverletzungen. Die Beiträge eignen sich sowohl als allgemeiner Einstieg ins Thema als auch für den Einsatz im Unterricht. Eine kompakte und anschauliche Einführung bietet das auf der Seite verfügbare Video „Was sind Menschenrechte?“.

Online-Heft
Menschenrechte (bpb)
Bis heute – über 60 Jahre nach der Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte – stellt deren Schutz und Durchsetzung eine große Herausforderung für die internationale Völkergemeinschaft dar. Trotz öffentlicher Bekenntnisse werden Menschen weiterhin vielerorts in ihren elementaren Grundrechten verletzt. Das Dossier bietet einen Überblick über die historische Entwicklung und das aktuelle Verständnis der Menschenrechte. Einzelne Artikel erläutern allgemeine oder spezifische Problemlagen und Interessenskonflikte im weltweiten Kampf um die Menschenrechte, beispielsweise:

Online-Artikel
Philosophie der Menschenrechte bei Arnd Pollmann
Arnd Pollmann ist Dozent für Praktische Philosophie an der Universität Magdeburg und sein Schwerpunkt bildet die Philosophie der Menschenrechte. Er ist Mitherausgeber der „Zeitschrift für Menschenrechte“. Die Publikationsliste auf seiner privaten Webseite bietet einen Überblick über Pollmanns Werk und seine Philosophie. Einige Artikel können kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Online-Arbeitspapier (PDF, 73 S.)
Die Menschenrechte als universeller Rechtsmaßstab (Manuel Probst)
In diesem Arbeitspapier beschäftigt sich Manuel Probst, Mitglied der Forschungsstelle Kriege, Rüstung und Entwicklung an der Universität Hamburg, mit der Plausibilität von Menschenrechten als universellem Rechtsmaßstab. Er stellt die geschichtliche Entwicklung der Menschenrechte, philosophische Positionen von Kant, Locke, Rousseau oder Hobbes sowie menschenrechtkritische Positionen dar und untersucht, ob Menschenrechtsansprüche auch begründet werden können. Darüber hinaus geht er auch auf die aktuelle Lage der Menschenrechtsbegründung ein. Das Papier ist eine umfangreiche und für die Vertiefung des Themas geeignete Analyse der Ideengeschichte von Menschenrechten.

Online-Journal (PDF, 240 S.)
Philosophie der Menschenwürde (Hrsg. Tessa Debus et al.)
Bei dem PDF handelt es sich um ein umfangreiches Sonderheft, das von der Zeitschrift für Menschenrechte herausgegeben wurde. Besonders interessant ist das erste Kapitel „Philosophie der Menschenwürde“, in dem die Idee der Menschenrechte aus unterschiedlichen philosophischen Perspektiven erklärt und dargestellt wird. Unterteilt ist das Heft in unterschiedliche Schwerpunkte und es enthält wissenschaftliche Beiträge unter anderem von Martha Nussbaum, Arnd Pollmann und Georg Lohmann. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden die Begriffe der Menschenwürde und der Menschenrechte, ihre Entwicklung und besonders ihre Verknüpfung behandelt. Diskutiert werden unter anderem folgende Themen: das Würdeverständnis, Entstehung und Entwicklung des Würdebegriffs, das Verhältnis von Würde und Rechten, die begriffliche Bedeutung von Menschenrechten und ihre Institutionalisierung, sowie Tierrechte. Neben den Artikeln findet sich außerdem Buchbesprechungen und Gespräche zu aktuellen Themen, etwa zum Menschenrechtsdiskurs in China.

Buchempfehlung
Philosophie der Menschenrechte zur Einführung (Christoph Menke, Arnd Pollmann)
Der Band von Christoph Menke und Arnd Pollmann führt in die philosophische und historische Bedeutung der Menschenrechte ein. Neben der Erklärung der Grundbegriffe und zahlreichen Informationen über die Notwendigkeit der Menschenrechte lokal und global wird hier die aktuelle Menschenrechtsdiskussion und -wirklichkeit dargestellt.

Buchempfehlung
Menschenrechte. Ein interdisziplinäres Handbuch (Georg Lohmann)
Das Buch von Georg Lohmann hilft bei der Orientierung in Theorie und Praxis der Menschenrechte. Es zeigt die aktuelle Fachdiskussion zum Thema Menschenrechte vor allem aus der philosophischen, aber auch soziologischen und juristisch-historischen Sicht. Es eignet sich für Lehrer und Interessierte, die sich ausgiebiger mit der Philosophie der Menschenrechte beschäftigen wollen. Auf der Seite des verlages wird ein Einblick in das Buch online angeboten.

↑ nach oben

2.2 Wasser als Menschenrecht

Bezug Manuskript: S. 3, 12; Bezug Audio: 2:00, 13:00


Der Zugang zu unbedenklichem Wasser ist ein menschliches
Grundbedürfnis und daher ein grundlegendes Menschenrecht.
Verschmutztes Wasser gefährdet sowohl die körperliche als
auch die soziale Gesundheit aller Menschen und ist ein
Angriff auf die Menschenwürde.

Kofi Annan (ehemaliger UN-Generalsekretär)

Online-Lexikonartikel (bpb)
Zum Begriff des Grundbedürfnisses
Was braucht der Mensch zum Leben? Als Grundbedürfnisse werden die Bedürfnisse des Menschen bezeichnet, die der Mensch befriedigen muss, um zu überleben. Dazu gehören Ernährung, Unterkunft und Bekleidung, aber auch lebenswichtige Dienstleistungen wie beispielsweise sanitäre Einrichtungen, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen und Trinkwasser. Sauberes Wasser ist dabei die Grundlage, diese Dienstleistungen zu erfüllen und somit das Existenzminimum des Menschen zu gewähren.

Online-Artikel (bpb)
Zur Begründung eines Menschenrechts auf Wasser (Bernd Ladwig)
Während in Deutschland auf jeden Einwohner täglich 4000 Liter Wasserverbrauch entfallen, haben mehr als eine Milliarde Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser. Ist das ein Unrecht? Eine Ungleichheit mit tödlichen Folgen? Ist es unsere Pflicht, uns für den Wasserzugang in anderen Teilen der Welt einzusetzen? Mit diesen und anderen Fragen der Begründung von Menschenrechten und insbesondere des Rechts auf sauberes Wasser beschäftigt sich in seinem Artikel Bernd Ladwig, Professor für politische Theorie an der FU Berlin.

Online-Artikel
Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung (Auswärtiges Amt)
Auf den Seiten des Auswärtigen Amtes werden verschiedene Probleme in Zusammenhang mit der Trinkwasser- und Sanitärversorgung angesprochen. Es wird hier betont, dass es ein Menschenrecht auf sauberes Wasser gibt, aber finanzielle Unwägbarkeiten oftmals zu einer mangelnden Umsetzung dieses Rechtes führen. Weiterhin wird der wirtschaftliche Nutzen von sauberem Wasser beleuchtet und auf eine deutsch-spanische Initiative in der UN verwiesen, durch welche das Mandat einer Unabhängigen Expertin für das Menschenrecht auf Trinkwasser und Sanitätsversorgung geschaffen wurde. Außerdem findet sich ein Hinweis auf eine Aufklärungskampagne, die mit Hilfe von Prominenten für einen bewussten Umgang mit Wasser wirbt: „WASH United“.

Online-Artikel (ZEIT online)
Bürgerbegehren für ein Menschenrecht auf Wasser (Marlies Uken)
In dem Bericht aus der Zeit geht es um ein europäisches Bürgerbegehren, ein Menschenrecht auf Wasser gesetzlich zu verankern. Auf Initiative von Right2Water wollen rund 1,6 Millionen Menschen verhindern, dass der Wassersektor privatrechtlich liberalisiert wird. Right2Water ist ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen, unter anderem unter Beteiligung von Ver.di-Chef Frank Bsirske.

Podcast (37:11)
Das Recht auf Wasser (ARD Mediathek)
In diesem umfangreichen und gut verständlichen Beitrag, der in der ARD Mediathek zu finden ist, diskutieren Martin Grambrow, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, und Silke Wieprecht, Professorin am Institut für Wasserbau der Universität Stuttgart, über die globale Wasserknappheit und die Verteilung von sauberem Wasser. Ausgangspunkt ist das 2010 verabschiedete Menschenrecht auf Wasser, das weltweit schwer umsetzbar ist. Mit dem Menschenrecht auf Wasser gehe auch das Menschenrecht auf die vernünftige Organisation des Wassers einher, so Grambrow. Der Beitrag beschäftigt sich daher vor allem mit der Frage: Was können wir tun, um Wasser weltweit gerecht zu verteilen?

Online-Interview (PDF, 6 S.)
Das Menschenrecht auf Wasser (Christian Wißler)
Grundlage dieses Interviews mit Interview mit Silke Laskowski von der Universität Kassel ist das seit 2010 verankerte Menschenrecht auf Wasser. In dem Gespräch geht es um die Forderung an die UN-Mitgliedsstaaten, ärmere Länder bei der sanitären Grundversorgung und Versorgung von sauberem Trinkwasser zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob diese Resolution lediglich als Appell zu verstehen ist oder ob sie eine völkerrechtliche Verpflichtung darstellt. Im Interview werden die Thematik differenziert dargestellt und die globalen Auswirkungen des verabschiedeten zentralen Rechts auf Wasser aus rechtlicher und politischer Perspektive beleuchtet.

↑ nach oben

2.3 Wasser und das Recht auf Leben

Bezug Manuskript: S. 6, 17; Bezug Audio: 5:50, 19:10


Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte
darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland

Online-Artikel
Ökosystem Erde – Die Quelle des Lebens (Jürgen Paeger)
Auf der Seite „Ökosystem Erde“ wird das Wassersystem der Erde aus biologischer Sicht erläutert. Wichtige Themen sind unter anderem der Wasserkreislauf der Erde und dessen Entstehung, die molekulare Zusammensetzung des Wassers, die Hydrosphäre und die Bedeutung des Wassers für die Menschheit. Diplom-Biologe Jürgen Paeger hat den Text durch anschauliche Graphiken ergänzt und so aufbereitet, dass der Stoff auch für interessierte Schülerinnen und Schüler verständlich ist.

Online-Portal
Jeder braucht Wasser (Welthungerhilfe)
Die Welthungerhilfe setzt sich für die Bekämpfung von Hunger und Armut auf der ganzen Welt ein; notwendig dafür sind Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung. Die Organisation unterstützt Menschen dabei, Zugang zu sauberem Trinkwasser zu erlangen. Auf der Homepage findet man unterschiedliche Artikel, Interviews, Informationen über die Projekte und weiterführende Links zum Thema „Recht auf sauberes Wasser“.

Online-Artikel (ZEIT online)
Nicht vom Brot allein (Hilal Sezgin)
Was braucht der Mensch? Welche Grundbedürfnisse hat er? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich Martha Nussbaum, Professorin für Recht und Ethik, die gemeinsam mit Amartya Sen den sogenannten capability approach („Fähigkeitenansatz“) etablierte, demzufolge das menschenwürdige Leben von der Realisierung typischer menschlicher Bedürfnisse und Fähigkeiten abhängig ist. Der Artikel beschäftigt sich mit der Philosophin und ihrer Konzeption.

Online-Artikel (Humanistischer Pressedienst)
Was gibt uns ein Recht auf Leben? (Edgar Dahl)
Der Philosoph Edgar Dahl, langjähriger Assistent von Peter Singer, erläutert dessen Ansätze zu einem „Recht auf Leben“. Hierbei geht es unter anderem um das so genannte Great Ape Project, welches die Zielsetzung hat, Menschenaffen einige grundlegende Menschenrechte zu garantieren. Weiterhin werden tierethische Aspekte diskutiert und die Frage behandelt, welche Eigenschaften bei Lebewesen eigentlich notwendig sind, um ein Recht auf Leben zu haben.

Online-Artikel
Wasserrucksack PAUL hilft auf den Philippinen Leben retten (Uni Kassel)
Ein praktisches Beispiel dafür, wie Wasser Leben retten kann, veranschaulicht ein von der Universität Kassel entwickeltes Utensil. Der PAUL (Portable Aqua Unit for Lifesaving) genannte Wasserrucksack hilft auf der vom Wirbelsturm Haiyan zerstörten Inselgruppe Philippinen, verunreinigtes Wasser zu filtern. Vertiefende Informationen zu diesem Projekt finden sich auch auf dieser Seite der Uni Kassel.

Filmempfehlung
Mit seiner zweiteiligen Dokumentation „Hunger! Durst!“ berichtet Claus Kleber über den globalen Kampf gegen Hunger und Durst, gegen weltweite Unterernährung. Die große Reportage erzählt mit bewegenden Bilder von mehreren betroffenen Ländern, in denen Hunger und Wasserknappheit herrschen. „Auf unserem Planeten müsste kein Mensch verhungern oder verdursten, wenn wir alles richtig machten“ – diese These wird von Claus Kleber auf seiner Reise um den Globus in Brennpunktgebiete hinterfragt. Warum hungern in manchen Ländern so viele Menschen und in anderen nicht? Warum kommen die Lebensmittel nicht bei den Hungernden an? Was ist die Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Forschung? Der Film sowie ausgewählte Beiträge dazu folgen:

  • Die Reportagen „Hunger!“ und „Durst!“ (52:20 & 43:50) können in der ZDF-Mediathek angeschaut werden. Zusätzlich bietet die Mediathek eine Bilderserie zum Thema.
  • Claus Kleber als Elends-Reporter: „Bloß nicht barmherziger Ritter spielen“ – In diesem Interview auf der Internetpräsenz des Spiegel berichtet Claus Kleber über die Entstehungsgeschichte der zweiteiligen Dokumentation, die Arbeiten am Set, das Thema Hunger und Durst und „erklärt, wie man Journalismus und Empathie zusammenbringt.“
  • In der arte-Mediathek finden sich noch mehr Hintergrundinformationen und weitere Videos über die Thematik, die Reportage und Claus Kleber. Empfehlenswert ist die Web-Dokumentation zu „Hunger!“ und „Durst!“, die parallel zu dem Film entstanden ist. Sie präsentiert beide Teile der Sendung mit weiterführenden Links, vertiefenden Artikeln und Grafiken.

↑ nach oben

3. Personen

_Banner_Personen

Informationen zu den Interviewpartnern der Sendung und den einschlägigen Persönlichkeiten der Philosophiegeschichte finden Sie in der folgenden Auflistung.

# Michael Braungart
Michael Braungart (* 1958) Professor an der Ersamus-Universität Rotterdam, deutscher Verfahrenstechniker und Chemiker, Gründer und wissenschaftlicher Geschäftsführer von EPEA, wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts sowie Leiter von Braungart Consulting in Hamburg. Braungart studierte Chemie und Verfahrenstechnik. In den 1980er-Jahren engagierte er sich bei der Umweltorganisation Greenpeace. Mit McDonough ist er Autor mehrerer Bücher zur Entwicklung von Umweltschutzkonzepten, umweltverträglichen Produktionsverfahren und ökologisch nachhaltigen Produkten. Braungart entwickelte das Cradle-to-Cradle-Konzept und bekleidet mehrere Lehrstühle zur entsprechenden Forschung.

# Immanuel Kant
Immanuel Kant (1724 – 1804) gehört zu den prominentesten Persönlichkeiten der Philosophiegeschichte. Er wurde am 22. April 1724 in Königsberg (heute Kaliningrad, Russland) als viertes von acht Kindern geboren. Während seiner Schulzeit erhielt er eine strenge religiöse Erziehung. Bereits mit sechzehn Jahren studierte er an der Königsberger Universität zahlreiche Fachgebiete, darunter Philosophie, Physik und Mathematik. Im Todesjahr seines Vaters (1746) unterbrach er das Studium und blieb bis zur Wiederaufnahme 1754 als Hauslehrer beschäftigt. Nach der Habilitation im Jahr 1755 erhielt er die Stelle eines Privatdozenten, u. a. für Logik, Metaphysik, Mechanik, Mathematik, Naturrecht, Pädagogik, Moralphilosophie und Theologie. Im Jahr 1770 wurde er nach einigen erfolglosen Bewerbungen auf den Königsberger Lehrstuhl für Logik und Metaphysik berufen. Fast sein ganzes Leben verbrachte Kant in seiner Heimatstadt, wo er am 12. Februar 1804 starb.
Zu Kants Hauptwerken zählen die Kritik der reinen VernunftKritik der praktischen VernunftKritik der Urteilskraft sowie die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. In seiner Kritik der reinen Vernunft untersucht Kant die Grundlagen menschlicher Erkenntnisfähigkeit. Zu der Frage, wie es überhaupt möglich sei, einen Gegenstand zu erkennen, formuliert Kant eine neuartige Antwort:  Nicht der Mensch habe sich nach den Gegenständen zu richten, sondern die Gegenstände seien dem Erkenntnisvermögen des Menschen unterworfen. Dabei setzt er im Bemühen, zu einer sicheren Erkenntnis zu gelangen, zunächst auf die Erfahrung. Eine reine, von aller Erfahrung unabhängige Erkenntnis (a priori) sei nicht möglich. Alle menschlichen Erfahrungen sind jedoch bestimmten Erkenntnisbedingungen unterworfen, denen Kant  in seiner Reflexion zu den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnissen nachgeht. So ist menschliche Erfahrung nur unter den Bedingungen von Raum und Zeit sowie nach der Maßgabe spezifischer Kategorien (Qualität, Quantität, Relation, Modalität) möglich. Diese Fundierung der menschlichen Erkenntnis im Erfahrungsbegriff mündet in die Destruktion der tradierten Gottesbeweise.

# John Locke
John Locke (1632 – 1704) war ein vom Puritanismus beeinflusster englischer Philosoph und gehörte neben Berkley und Hume zu den wichtigsten Vertretern des Empirismus. Er gilt als Vordenker der Aufklärung und des Liberalismus. Neben Hobbes und Rousseau zählte Locke außerdem zu den entscheidenden Vertragstheoretikern seiner Zeit. Zentrale Schriften Lockes sind: Epistula de tolerantia (Ein Brief über Toleranz), An Essay Concerning Human Understanding (Versuch über den menschlichen Verstand), Essays on the Law of Nature (Abhandlungen über das Gesetz der Natur) und Two Treatises of Government (Zwei Abhandlungen über die Regierung). Lockes politische Philosophie bildet die theoretische Grundlage für die Verfassung der Vereinigten Staaten sowie deren Unabhängigkeitserklärung.

# Georg Lohmann
Georg Lohmann (* 1948) ist ein deutscher Philosoph. Lohmann studierte Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft an den Universitäten in Bochum, Frankfurt, München und Heidelberg. Seit 1996 ist er Professor für praktische Philosophie an der Universität Marburg. Lohmann gehörte der Forschungsgruppe am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld an. Zu seinen wichtigsten Werken gehören: Indifferenz und Gesellschaft – eine kritische Auseinandersetzung mit Marx, Menschenrechte. Ein interdisziplinäres Handbuch (mit Arnd Pollmann) und Zur Philosophie der Gefühle (mit Hinrich Fink-Eitel).

# Christoph Menke
Christoph Menke (* 1958) ist studierter Philosoph und Germanist, lehrt Philosophie an der Goethe-Univeristät in Frankfurt und ist dort als Projektleiter des Exzellenzclusters zur Herausbildung normativer Ordnungen zuständig für den Arbeitsschwerpunkt Normativität und Subjektivität. Menke gehört zu den Repräsentanten, die in dritter Generation die Frankfurter Schule vertreten. Seine Forschungsschwerpunkte sind Rechtstheorie, Theorien des Politischen, Theorien der Subjektivität, sowie Ästhetik und Ethik. Menke hatte neben seinen Tätigkeiten an der Frankfurter Universität unter anderem folgende Positionen inne: Co-Direktor des Menschenrechtszentrums der Universität Potsdam, Projektleitung im Sonderforschungsbereich Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste sowie Sprecher des Graduiertenkollegs Lebensformen und Lebenswissen. Er war Heisenberg-Stipendiat und lehrte unter anderem als Gastdozent an der Universität von Mexico sowie an Columbia-Universität in New York.

# Reinhard Merkel
Reinhard Merkel (* 1950) ist ein deutscher Rechtsphilosoph und lehrt an der Universität Hamburg. Er studierte Rechtswissenschaft, Philosophie und Literaturwissenschaft in Bochum, Heidelberg und München. Seit 2000 ist er Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg. Auf Vorschlag der Bundesregierung ist Merkel seit 2012 Mitglied im Deutschen Ethikrat. In seinen Forschungsprojekten beschäftigte er sich unter anderem mit der Dogmatik des Strafrechts, der Rechtsethik, Recht und Ethik in der Medizin und den Neurowissenschaften sowie mit politischer Philosophie. Einige Veröffentlichungen von ihm, beispielsweise über Willensfreiheit und Stammzellenforschung, finden sich hier.

# Darell Moellendorf
Darrel Moellendorf ist ein US-amerikanischer Philosoph und seit 2013 Professor für Internationale Politische Theorie sowie Professor für Philosophie am Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zuvor leitete er an der Universität San Diego das Institute for Ethics and Public Affairs. Zu Darrel Moellendorfs Forschungsgebieten gehören Fragen des gerechten Krieges und die Gerechtigkeit in Transformationssituationen, wenn es beispielsweise darum geht, die Folgen eines gewaltsamen Konflikts oder einer Diktatur aufzuarbeiten. Weitere Informationen zu seinen Forschungsschwerpunkten finden sich auf seiner universitären Webseite. Seine letzte Buchveröffentlichung ist The Moral Challenge of Dangerous Climate Change: Values, Poverty, and Policy.

# Arnd Pollmann
Arnd Pollmann (* 1970) ist ein deutscher Philosoph. Er studierte Philosophie und Psychologie. Pollmann führte ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziertes Projekt zum Thema „Soziale Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit“ durch. Derzeit vertritt er die Professur für Praktische Philosophie an der Universität Hamburg. Zu seinen Schwerpunkten gehören: Philosophie der Menschenrechte, Sozialphilosophie und Ethik. Er veröffentlichte unter anderem Philosophie der Menschenrechte. Zur Einführung (mit Christoph Menke), Unmoral. Ein philosophisches Handbuch, und Menschenrechte. Ein interdisziplinäres Handbuch (mit Georg Lohmann).

# Bernd Sommer
Bernd Sommer leitet den Bereich „Klima, Kultur und Nachhaltigkeit“ am Norbert Elias Center for Transformation Design & Research (NEC) der Universität Flensburg. Er studierte Sozialwissenschaften in Hannover und London. Außerdem ist Sommer als Referent des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderung tätig. Zu seinen Schwerpunkten gehören Klimaschutzpolitik, Klimawandel, Integration und Migration sowie nachhaltige Entwicklung. Er ist Autor des vielbeachteten Buches Transformationsdesign über die notwendige Veränderung unseres Wirtschaftens. In dem Artikel „Exzellente deutsche Klimaforschung“ auf der Internetpräsenz von Spektrum analysiert Sommer die deutsche Klimaforschung.

↑ nach oben

4. Didaktik

_Banner_Didaktik

4.1 Curriculare Bezüge

Online-Portal (Landesschulamt)
Entwurfsfassungen der neuen Kerncurricula Philosophie und Ethik
Seit ihrer Veröffentlichung im November 2014 können die Entwürfe der neuen Kerncurricula für die gymnasiale Oberstufe breit diskutiert werden. Die Einordnung der fachlichen Inhalte der Sendung erfolgt hier exemplarisch. Zu folgenden Unterrichtsinhalten ist folgende Zuordnung möglich:

Kerncurriculum Ethik für die Sekundarstufe I:

  • „Recht und Gerechtigkeit“ (Menschenrechte)
  • „Mensch, Natur, Technik“ (Verfügungsanspruch des Menschen über Natur, Ressourcenknappheit, Recht auf Trinkwasser)
  • „Freiheit und Würde“ (Würde des Menschen, Menschenrechte)

Lehrplan Ethik:

  • 5G.1 Freiheit I: Der Mensch lebt in natürlichen und sozialen Abhängigkeiten.
  • 6G.1 Gewissen und Identität I (in fakultativen Inhalten): Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Natur als „Haus des Lebens“.
  • 7G.2 Würde des Menschen II: Der Mensch als Mittel und als Zweck. (Entwürdigung des Menschen, Verletzung der Menschenrechte)
  • 8G.1 Freiheit III und Würde des Menschen III: Menschenrechte und ihre geschichtliche Entwicklung.
  • Q3: Recht und Gerechtigkeit in Gesellschaft, Staat und Staatsgemeinschaft. Gerechtigkeitsbezogene Begründungen verantwortlichen Handelns. (Menschenrechte, Globaler Umweltschutz)
  • Q4: Natur und Technik. Zukunftsorientierungen verantwortlichen Handelns.

4.2 Menschenrechte im Unterricht

Online-Arbeitsmaterial
Reader des Fachverbandes Ethik
Der Fachverband Ethik liefert Unterrichtsmaterialien zu unterschiedlichen ethischen Themen. Zum Thema „Menschenwürde und Menschenrechte“ finden Sie einen Reader, der als PDF (52 S.) heruntergeladen werden kann. Er enthält klassische und moderne philosophische Texte und Aufgabenstellungen. Die Unterrichtsmaterialien lassen sich besonders gut in der Oberstufe einsetzen, sowohl als Einführung als auch zur Vertiefung.

Unterrichtsmaterialien
Kinderrechte Wasser (UNICEF)
Diese Unterrichtskonzeption, die im Jahr 2013 von UNICEF herausgegeben wurde, enthält Unterrichtsmaterialien und Arbeitsblätter zum Thema Kinderrecht auf Wasser und richtet sich an die Klassenstufen 4-8. Es werden den Lehrenden kurze Hintergrundinformationen, Tipps zur Unterrichtsgestaltung sowie Arbeitsblätter zu folgenden Themen zur Verfügung gestellt: Trinkwasserversorgung, Sanitärkrise oder Recht auf Wasser und Hygiene. Diese Materialsammlung ist für den Einstieg ins Thema „Kinderrechte“ und „Recht auf sauberes Wasser“ gut geeignet.

Online-Materialsammlung (UNESCO)
Bildungsserver Dadalos
Auf dem Bildungsserver Dadalos sind vielseitige und umfangreiche Tipps und Anregungen für den Unterricht zum Thema Menschenrechte zu finden. Die Einteilung in unterschiedliche Abschnitte erleichtert interessierten Lehrpersonen ihre Suche. Es gibt beispielsweise eine Rubrik zu Fragestellungen zum Thema Menschenrechte, Vorschläge einer Unterrichtseinheit und Aktionen zum Thema Kinderrecht. Der Ideenpool, der verschiedene Unterrichtsmaterialien und Vorschläge präsentiert, regt zu einer vielfältigen Auseinandersetzung mit dem Thema Menschenrechte an. Diese Webseite kann genutzt werden, um erste Impulse für die Umsetzung einer Unterrichtseinheit zum Thema Menschenrechte zu erhalten.

Online-Materialsammlung (lehrer-online.de)
Wasser-lokal und global
Diese Homepage enthält Materialien für den Unterricht mit digitalen Medien zu unterschiedlichen Themen. Hier findet man Arbeitsmaterialien zur Wasserproblematik ab Klasse 8 mit didaktischen Kommentaren und Kompetenzbeschreibungen sowie zusätzlichen Informationen zum Downloaden – beispielsweise eine Unterrichtseinheit zum Thema Wasser ist Leben.

Online-Portal
Menschenrechte und Menschenwürde (Jugendnetz)
Auf dieser Jugendplattform findet man eine Einführung zum Thema Menschenrechte mit Erklärungen von Fachbegriffen, Hintergrundinformationen und leicht und verständlichen Erläuterungen komplexer  Zusammenhänge. Die Seite ist übersichtlich und jugendgerecht gestaltet. Mit einem Klick gelangt man beispielsweise zu der allgemeinen Entwicklung der Menschenrechte, zu den Artikeln 1-30 oder zu den Kinderrechten. Auf der Seite kann der Nutzer ebenfalls einen Menschenrechts-Führerschein erlangen, und so sein eigenes Wissen zu diesem Thema testen. Diese Seite richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche und ist somit eine passende Plattform, um Schülerinnen und Schüler selbst zu diesem Thema im Unterricht recherchieren zu lassen.

Online-Broschüre (PDF, 36 S.)
Wasser: (k)ein Recht für alle? (UNDP)
Diese Bildungsbroschüre von der Deutschen Gesellschaft für Vereinte Nationen ist eine jugendgerechte Zusammenfassung des UN-Berichts über die menschliche Entwicklung 2006. Es geht insbesondere um die Frage der Wasserknappheit mit dem Fokus auf Macht, Armut und die globale Wasserkrise. Themenblöcke, die in der Broschüre behandelt werden, sind beispielsweise Zielhorizont 2015; Menschliche Entwicklung; Wasser: ein Menschenrecht; Die stille Krise; Die Ungleichheit überwinden; Benachteiligung aufgrund des Geschlechts; Durch Handeln etwas bewirken; Nichtstun schadet; Wasser kennt keine Grenzen; Der Klimawandel und junge Menschen handeln. Die Broschüre führt in das Thema ein, bezieht rechtliche Grundlagen in die Darstellung mit ein, betrachtet die aktuellen Gefahren für Klima und Umwelt und bietet eine Zukunftsvision, die junge Menschen zum Handeln anregt. Das Besondere an dieser Zusammenstellung ist, dass junge Menschen aus aller Welt mitgewirkt haben. Die Bildungsbroschüre eignet sich zur Einführung in das Thema. Zudem werden Anregungen zur Diskussion im Unterricht ab Sekundarstufe 1 geboten.

Online-Hefte (bpb)
Auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung befinden sich unter der Rubrik „Shop“ unterschiedliche Hefte zu verschiedenen Themenbereichen – unter anderem zum vielschichtigen Thema Wasser. Im Folgenden werden zwei ausgewählte Ausgaben, die für den Unterricht genutzt werden können, kurz vorgestellt.

  • Wasser – für alle?!: Dieses Heft ist Teil der „Themenblätter im Unterricht“ und enthält sowohl Anregungen für den Unterricht als auch 31 konkrete Arbeitsblätter. Das Konfliktpotenzial, das mit dem Thema Wasser, verbunden ist, wird eingehend gewürdigt. Konkrete Aspekte, die behandelt werden sind: Wasser ist Leben, über den eigenen Wasserverbrauch sowie den Wasserverbrauch von Konzernen, die unterschiedliche Bedeutung und Verwendung von Wasser u.a.m. Zusätzlich befindet sich der Themenblock „Wasser als Menschenrecht“ mit weiteren Unterrichtsmaterialien in dem Heft.
  • Wasser (PDF 40. S.): Die Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“ bietet in dem Heft „Wasser“ verschiedenen Beiträge mit unterschiedlichen Schwerpunkten zum Thema. Der Traum vom schnellen Wasser-Geld, Wasserknappheit und Ernährungssicherung, Süßwasservorräte und Klimawandel sind thematische Aspekte, die aufgegriffen werden. Die Beiträge regen zu Fragestellungen und Diskussion an und lassen sich daher in der Sekundarstufe II gut einsetzen.

Online-Arbeitsmaterial
Arbeitsblätter für Sekundarstufe I und II (ZEIT online)
„Zeit für die Schule“ ist eine Lernplattform des Zeit-Verlags mit Texten, Videos und Links für den Unterricht. In der „Einführung in die Philosophie“ findet man eine Sammlung von Unterrichtsmaterialien zu unterschiedlichen philosophischen Themen. Zusätzlich stehen ebenfalls Arbeitsblätter für Sekundarstufe I und II zu aktuellen Themen als Download zur Verfügung wie zum Beispiel „Menschenrechte für Frauen“ oder „Kinderarbeit: zwischen Ausbeutung und Menschenrechten“.

Literaturempfehlungen
Die Debatte um die globale Wasserkrise hat viele Facetten. Die Folgen des Wassermangels, die gerechte Verteilung von Wasser, Wasser als Menschenrecht sind nur einige davon. Literarische Texte behandeln das Thema auf vielfältige Weise und setzen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte. Im Folgenden werden zwei Online-Portale vorgestellt, die ausgewählte Literatur zum Thema Menschenrechte und Wasser vorstellen.

  • Literaturliste (Uni Kiel)
    Der Webauftritt der Uni Kiel bietet Literaturempfehlungen von Prof. Dr. K. Odendahl zum Thema Menschenrechtsschutz. Auf der Liste findet der interessierte Leser eine Auswahl sowohl von Lehrbüchern als auch Aufsätzen und Textsammlungen mit jeweils kurzen Informationen über Inhalt und Niveau der ausgewählten Materialien. Die Texte eignen sich, um in die Menschenrechtsproblematik einzuführen.
  • Mit offenen Karten – Literaturtipps (arte)
    Wassermangel, Wasserpolitik, Recht auf Wasser, Wasserkrise – Arte bietet auf seiner Internetseite vielseitige Literaturtipps rund um das Thema Wasser. Die Literatur verschafft dem Leser umfassende Informationen zur Vertiefung aus unterschiedlichen Perspektiven. Es werden Materialien vorgestellt, die Lehrende nutzen können, um ihr eigenes Fachwissen zu erweitern, aber auch Texte, die konkret im Unterricht der Oberstufe eingesetzt werden können. Beispielsweise wird auf die folgenden Materialien verwiesen: den Bericht der Vereinten Nationen über die Folgen der Wasserknappheit (Armut, Macht und Ungleichheit), die geographische Rundschau zum Thema Wasserpolitik, die verschiedene Dimensionen der Wasserkrise darlegt und ein Buch von Wilhelm Sager, der seinen Schwerpunkt auf die Zusammenführung der Themen Klimawandel und Wassermangel legt.

Filmempfehlungen
Wasser schenkt und erhält das Leben. Während es in manchen Teilen der Erde im Überfluss vorhanden ist, fehlt es in anderen Gegenden oder ist dort verschmutzt, so dass es Krankheiten und Tod verursacht. Gerade weil Wasser die wichtigste Ressource des Planeten darstellt, wird es immer mehr zum teuren Produkt, über dessen Verwendung internationale Konzerne bestimmen. Wie substantiell das Problem des Wasserverbrauchs ist, zeigen verschiedene Spiel- und Dokumentarfilme: Verschmutztes Grundwasser, Wasserknappheit, Privatisierung von Wasser, Wasser als Ressource – mit diesen und ähnlichen Themen beschäftigen sich folgende Filme:

  • Erin Brockovich: Im Mittelpunkt des amerikanischen Films von Steven Soderbergh, der auf einer wahren Begebenheit beruht, steht die Anwaltsgehilfin Erin Brockovich. Während ihrer Arbeit stößt sie zufällig auf einen Umweltskandal – verschmutztes Grundwasser durch Chrom – und nimmt den Kampf gegen die großen Industrien auf. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt für diesen Film ein Filmheft mit anregenden Unterrichtsmaterialien bereit.
  • Über Wasser: Der Dokumentarfilm von Udo Maurer verdeutlicht, wie lebenswichtig Wasser ist. Er erzählt drei Geschichten, in denen H2O nicht nur als Quell des Lebens, sondern auch als tödliche Bedrohung eine Rolle spielt. Es geht um so unterschiedliche Themen wie Überschwemmung, Dürre und Wasserverschmutzung. Maurers Reise nimmt den Zuschauer mit nach Kasachstan, Bangladesch und in die Slums von Nairobi. Auf der gleichnamigen Webseite des Films, gibt es Hintergrundinformationen zu der Entstehungsgeschichte zu lesen und zusätzlich Bilder zu sehen.
  • Bottled Life: Der Schweizer Filmemacher und Journalist Res Gehriger reiste um die ganze Welt, um Nestles Geschäft mit dem Wasser auf den Grund zu gehen. Er wirft gegen das Einverständnis von Nestle einen Blick hinter die Kulissen und recherchiert über Nestles globalen Handel mit abgepacktem Trickwasser in Plastikflaschen. Auf der Homepage zu Bottled Life gibt es nicht nur den Film zu sehen, sondern ebenfalls Informationen rund um das Thema.
  • Flow – Wasser ist Leben: Diese Dokumentation von Irena Salina thematisiert die Privatisierung des natürlichen Trinkwassers durch internationale Großkonzerne. Mit ihrem Film unterstreicht sie die These, dass der Zugang zum Wasser den Zugang zur Macht bedeutet. Für ihren Film reiste sie fünf Jahre lang um die Welt und recherchierte zur Entwicklunge der Wasserverteilung und der Wasserarmut.
  • Carbon for Water: Präzise und eindrucksvoll zeigt dieser Kurzfilm von Evan Ambramson und Carmen Elsa Lopez die alltäglichen Mühen, die die Bewohner eines kenianischen Dorfes auf sich nehmen müssen, um an Trinkwasser zu gelangen. Die Suche nach sauberem Wasser bestimmt schon für die Kinder den Tagesablauf. Der Film thematisiert sowohl die Lebensweise der Protagonisten als auch die globalen Veränderungen der Umwelt, die mit dem Wasserverbrauch einhergehen. Informationen zu diesem Thema bietet die Webseite des Films.

↑ nach oben