Zusatzmaterialien zur Folge 13

Gibt es eine Pflicht zur Schönheit?

Interessierte Hörerinnen und Hörer finden auf dieser Seite weiterführende Informationen zum Sendungsthema als Zusatzmaterial. Philosophische Neulinge und Fortgeschrittene erwarten ganz unterschiedliche Angebote zum Stöbern, Überfliegen oder Weiterdenken. Zeitmarkierungen erleichtern die  Bezüge zur Sendung für Lehrkräfte; Seitenangaben verweisen Multiplikatoren auf die Manuskripte.

Folge 13 zum Nachhören und Herunterladen
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Die Materialien wurden zum Zugriffszeitpunkt 16.2.2015 erstellt von:
Nicole Kreckel, Deborah Mauler, Julia Scheu, Caroline Herter (Studierende)
Sebastian Boll, M. A.; Dr. des. Jakob Krebs; OStR i. H. Sabine Reh
Institut für Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Inhalt

1. Perspektiven
– 1.1 Alltägliche Ästhetik
– 1.2 Zum philosophischen Hintergrund
2. Konzepte
– 2.1 Ästhetik und „guter Geschmack“
– 2.2 Design, Städtebau und Architektur
– 2.3 Mode und Schönheit
– 2.4 Ökologie und Nachhaltigkeit
3. Personen
4. Didaktik

Tagxedo Schönheit

1. Perspektiven

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Die schönen Dinge zeigen an, daß der Mensch in
die Welt passe und selbst seine Anschauung der Dinge
mit den Gesetzen seiner Anschauung stimme.
Immanuel Kant

Die Rubrik „Perspektiven“ bietet zunächst einige allgemeine Hinweise auf die Relevanz des Sendungsthemas und seine philosophischen Hintergründe. Spezifische Erläuterungen folgen dann in der Rubrik „Konzepte“.

1.1 Alltägliche Ästhetik

Bezug Manuskript: S. 2, 14; Bezug Audio 0:30, 16:20

Schöne Dinge sind nach Kant Dinge des Geschmacks – aber wie bildet sich dieser gute Geschmack aus und wie erkennen wir die schönen Dinge? Und gibt es womöglich sogar eine Pflicht zur Schönheit? Der Mensch scheint sich an bestimmte Schönheitskonventionen zu halten; er hat den sozial bedingten Anspruch, sich und sein Umfeld schön zu gestalten. Kommt dies aber schon einer Pflicht gleich? Der Mensch kann sich diesem sozialen Druck auch entziehen; Schönheit ist für ihn keine innere Notwendigkeit. Die Zusatzmaterialien versuchen, sich einer Antworten auf die Ausgangsfrage zu nähern, indem sie zum einen verschiedene theoretische Ansätze zur Ästhetik des Schönen, zum anderen aber auch verschiedene streitbare Gegenstände wie etwa Mode und Architektur beleuchten.

Online-Artikel (ZEIT online)
Schönheit muss man lernen (Ulrich Greiner)
Warum sollten Kunst und tote Sprachen wie Altgriechisch und Latein auch heute noch Teil schulischer Lehrpläne sein? Ulrich Greiner ist der Überzeugung, dass mit Hilfe dieser Fächer ein Verständnis für die „Schönheit als philosophisch-ästhetische Kategorie“ erworben werden kann. In diesem Kontext behauptet er unter anderem, dass die Schönheit einer französischen Kathedrale nur der erfassen könne, der sich zuvor mit der Theologie des Lichts beschäftigt habe. Schönheit erkennen zu können, erfordere „historische Kenntnis, ein geübtes Auge und Ohr“.

Online-Artikel (SRF)
Das Rätsel der Schönheit (Yves Bossart)
„Was fasziniert uns so sehr am Schönen? Gibt es Dinge, die alle Menschen schön finden? Wo steht die Schönheitsforschung heute?“ Diese Fragen werden je nach ästhetisch-theoretischer Perspektive unterschiedlich beantwortet. Einige Philosophen nehmen an, dass unsere Lebensideale unsere ästhetischen Präferenzen nachhaltig beeinflussen; in der Soziologie vertritt man die Meinung, dass die Erziehung den Geschmack prägt; und in der Neurologie wird angenommen, dass unsere ästhetischen Neigungen zu einem beträchtlichen Grad angeboren und evolutionsbedingt sind. Im Beitrag des SRF, der auch ein dreiminütiges Video enthält, beschäftigt sich Konrad Paul Liessmann mit dem Rätsel der Schönheit. Der Philosoph, zu dessen Spezialgebieten die Ästhetik gehört, versucht unter anderem, die Frage zu beantworten, wann Kunst schön und wann sie hässlich ist.

Zur Idee der Schönheit in der Architektur
In der Architektur ist die Beschreibung „schön“ eng vernetzt mit philosophischen, soziologischen und wirtschaftlichen Konzepten und außerdem immer mehr auch mit der Forderung von Nachhaltigkeit. In der Skyline-Stadt Frankfurt am Main können wir das anschaulich beobachten: Hier findet sich ein „schönes“ (weil am Prinzip der Nachhaltigkeit orientiertes) Öko-Haus im Kontrast zu den von beinahe jedem Punkt der Stadt einsehbaren Hochhäusern:

Online-Animation
Stadt der Zukunft – Frankfurt 2050 (3sat)
In dieser Animation wird eine mögliche Begrünung für die Architektur rund um die Hauptwache im Zentrum von Frankfurt am Main gezeigt. Ob die Frankfurter diese grüne Hochhauslandschaft schön finden, werden sie am Ende selbst beurteilen müssen. Wer mehr über zukünftige Stadtentwicklungen erfahren möchte, erhält auf der Internetseite der 3sat-Sendung Scobel weitere Videos und Informationen zum Thema Green City – Stadt der Zukunft.

Online-Artikel (FAZ)
Eine Geschichte von Aufbau und Verlust (Rainer Schulze)
Der Artikel der FAZ gibt einen guten Überblick über die bis April 2015 gelaufene Ausstellung HIMMELSTÜRMEND – Hochhausstadt Frankfurt im Deutschen Architektur-Museum Frankfurt. Die Ausstellung widmet sich der Geschichte des Hochhausbaus in Frankfurt. Hier steht vor allem die Frage im Zentrum: Wie und warum kam die Stadt Frankfurt zu ihrer Krone? Die Periode vom Wiederaufbau nach 1945 über den Häuserkampf im Westend bis zur heutigen sowie zukünftigen Stadtentwicklung wird nachgezeichnet. Diese Geschichte ist deutlich geprägt von technischer Innovation, aber auch von architektonischen Moden.

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1.2 Zum philosophischen Hintergrund

Bezug Manuskript: S. 5, 18; Bezug Audio 4:35, 22:15

[Die] ästhetische Allgemeinheit, die einem Urteil beigelegt wird,
muss von besonderer Art sein, weil sich das Prädikat der Schönheit
nicht mit dem Begriff des Objekts, in seiner ganzen logischen
Sphäre betrachtet, verknüpft, und doch eben dasselbe über die
ganzen Sphäre der Urteilenden ausdehnt.

Immanuel Kant

Online-Essay
Kant zu einer „Pflicht“ zur Mode
Die Mode, wie sie Kant in § 71 seiner 1798 erschienenen Anthropologischen Bemerkungen über den Geschmack beschreibt, ist nichts anderes als ein Gesetz der Nachahmung, welches der Königsberger Philosoph als einen natürlichen Drang des Menschen begreift. Die Befolgung dieses Gesetzes unterliegt nach Kant keinem Zwang. Dahinter verbirgt sich auch kein tieferer Sinn. Vielmehr ist es die bloße Eitelkeit, die den Menschen dazu veranlasst, dem Gesetz der Nachahmung zu gehorchen. Zwar spricht man von Modegeschmack, doch dieser Begriff ist missverständlich. Denn die Mode entspringt der bloßen Eitelkeit und dem Drang, anderen nachzueifern, ihnen in nichts nachzustehen, sondern sie möglichst zu übertreffen. Die Mode kann sich dabei auch im Hässlichen äußern. Kant betont allerdings überraschenderweise, dass es doch besser sei „ein Narr in der Mode als ein Narr außer der Mode zu sein“.

Online-Essay
Georg Simmel: Philosophie der Mode
Mode bedeutet für den Einen das Diktat einer Elite und für den Anderen das äußerliche Ausleben des individuellen Geschmacks. Für Georg Simmel drückt Mode den Ruf nach sozialer Egalisierung aus und ist ohne die Ausbildung sozialer Schichten nicht zu denken. Dem Menschen wohnt ein ihn definierender Dualismus zwischen Nachahmung und Absonderung inne. Untere Schichten ahmen die oberen Schichten nach und diese wiederum grenzen sich dann von jenen ab – durch einen neu auftretenden Modetrend, der erneut den Zusammenschluss der einzelnen Oberen bewirkt und sie von den Unteren abgrenzt. Für Simmel ist Mode demnach immer die Mode einer Klasse. Der Trend von „oben“ herab definiert und dann von „unten“ befolgt. Hier spricht man auch von dem Trickle-Down-Effekt (siehe 2.3).

Online-Video (47:27, englisch)
Georg Simmel on Fashion and Class (Rachel K. Ward)
Eine exemplarische Unterrichtseinheit der European Graduate School, geführt von Rachel K. Ward, veranschaulicht Simmels Ansichten zu Mode und Klassen in einer lebendigen Diskussion.

Online-Essay
Arthur Schopenhauer: Zur Aesthetik der Architektur (zeno.org)
Das Grundgesetz des rein Ästhetischen der Baukunst nach Schopenhauer lautet: „Keine Last ohne genügende Stütze, und keine Stütze ohne angemessene Last.“ Die reine Ausführung von Last und Stütze nennt er Säule und Gebälk, denn hier sind Stütze und Last vollkommen getrennt voneinander vorzufinden. Um sich dieses Verhältnis besser vorstellen zu können, zieht Schopenhauer zwei Beispiele heran, und zwar das einer Mauer und das einer Säulenreihe. Eine Mauer enthält vereint Stütze und Last. Erst durch die Sonderung kann eine ästhetische Wirkung entstehen. Die Säulenreihe ist der Idealtyp dieses Prinzips: Hier tritt die Sonderung vollständig auf, denn das Gebälk ist reine Last, die Säule reine Stütze. Detailreich beschreibt Schopenhauer die Form und Proportion einer Säule und erkennt darin, dass im Wesentlichen alles a priori bestimmt sei. So ist die Architektur für ihn auch keine „nachahmende Kunst“.

Online-Text
Friedrich Nietzsche: Architektur der Erkennenden (textlog.de)
In einem Aphorismus aus der Fröhlichen Wissenschaft zeigt Nietzsche auf, was unseren Großstädten fehlt: „Stille und weite, weitgedehnte Orte zum Nachdenken“. Der Mensch braucht Bauwerke, deren Architektur von sich aus einen Rückzugsort erkennen lässt, an dem jeder in sich gehen kann. Nietzsche kritisiert den Anspruch der Kirche, die das zurückgezogene, in sich kehrende Leben zwangsläufig mit einem religiösen Leben gleichsetzt. Jedes kirchliche Bauwerk drücke das aus; in diesen Bauwerken finde der Nicht-Gläubige keinen Platz zum Nachdenken.

Online-Artikel (ZEIT online)
Ludwig Wittgenstein: Der Philosoph als Architekt (Bernhard Leitner)
Ludwig Wittgenstein entwarf von 1926 bis 1928 gemeinsam mit dem Loos-Schüler Paul Engelmann das Haus Wittgenstein für seine Schwester Margarethe. Die Ornamentlosigkeit und Einfachheit der Formen, innen und außen, weisen den Bau als Gebäude der Moderne aus. Von der Türklinke bis zum Fensterrahmen entwarf Wittgenstein im Innen- sowie im Außenraum jedes Detail. Seine Schwester Hermine Stonborough-Wittgenstein beschrieb diese Vorgehensweise treffend: „Ludwig zeichnete jedes Fenster, jede Tür, jeden Riegel der Fenster, jeden Heizkörper mit einer Genauigkeit, als wären es Präzisionsinstrumente und in den edelsten Maßen, und er setzte dann mit seiner kompromisslosen Energie durch, dass die Dinge auch mit der gleichen Genauigkeit ausgeführt wurden“ (zitiert nach dem Wikipedia-Artikel zu Haus Wittgenstein).

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2. Konzepte

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Die Rubrik „Konzepte“ greift zentrale philosophische Begriffe der Sendungen auf und verweist mit Hilfe kurzer Erläuterungen und Kommentare auf vertiefende Ressourcen wie Internet-Portale, Online-Videos und klassische Bücher. Auch hier kann nach eigenem Ermessen und Vorwissen übersprungen oder tiefer eingetaucht werden.

2.1 Ästhetik und „guter Geschmack“

Bezug Manuskript: S. 4, 10; Bezug Audio 3:25, 10:50

Alles was die Natur hemmt und behindert, zeugt von schlechtem
Geschmack. Das gilt sowohl für den Putz des Körpers wie für
den Geschmack des Geistes.

Jean-Jacques Rousseau

Aspekte der Theorie des Schönen wurden bereits in der Sendung 12 des Funkkollegs Philosophie angeschnitten; siehe insbesondere die dortigen Abschnitte 1.2 und 2.1.

Online-Essay (englisch)
The Standard of Taste (David Hume)
Die Frage, die Hume stellt, lautet, ob es einen Standard gibt, an dem sich unterschiedliche Empfindungen im Gebiet der Geschmacksempfindungen messen lassen. Denn nicht jeder Mensch sieht ein und denselben Gegenstand im gleichen Maße als schön oder hässlich an. Daher ist Hume überzeugt, dass Geschmacksurteile einzig auf der Wahrnehmung beruhen: Verschiedene Subjekte nehmen unterschiedlich wahr und Inhaber eines guten Geschmacks zeichnen sich schlicht durch eine exzellente und beständige Wahrnehmungsfähigkeit aus.

 

Online-Essay
Der gute Geschmack. Studien zur Entwicklung des Geschmacksbegriffs (Ute Frackowiak)
Frackowiak geht es nicht um die Gegenstände, die in verschiedenen Epochen mit dem Etikett “guter Geschmack” betitelt wurden, sondern um die Geschichte des Begriffs. Sie selbst fasst die Problematik der Idee des guten Geschmacks in ihrer Einleitung mit den Worten Platons zusammen, der bereits darauf hinwies, dass man ja nicht wissen wolle, welche Gegenstände nun schön sind, sondern „schön“ im Allgemeinen heißt.

Online-Artikel (Die Welt)
Coolness und Eitelkeit sind die neuen Tugenden (Martin Seel)
„Gar keinen Stil zu haben, das geht nicht. […] ‚Keinen Stil‘ zu haben aber geht durchaus.“ Stil hat für Martin Seel etwas mit sozialem Umgang und Formung zu tun. Verhält man sich plump und formlos, wird dies von uns als „stillos“ empfunden. Mit einer stilvollen Lebensführung hängen Tugenden eng zusammen. Für Seel zählt zu diesen auch die Schönheit. Hier ist für ihn nicht die äußere, sondern vor allem die innere Schönheit ausschlaggebend, die sich im Verhalten anderen Menschen gegenüber, etwa in ihrer Ausstrahlung, manifestiert.

Online-Vortrags-Transkript (PDF, 9 S.)
Die schönen Dinge (Konrad Paul Liessmann)
Wie genau sind Alltag, Ästhetik und Kunst miteinander verknüpft? Nach Konrad Paul Liessmann können wir uns auch im banalen Alltag der Geltung der Ästhetik nicht entziehen, da wir schlicht nicht aufhören können, unsere Umwelt wahrzunehmen. Diese Wahrnehmung von äußeren Formen kann im Menschen ästhetische Empfindungen hervorrufen: Ein Gegenstand kann durch seine äußere Form positive oder negative Gefühle in uns auslösen. Liessmann unterscheidet zwischen schon vergangenen und noch stattfindenden Phänomenen. Außerdem gebe es „zwei Klassen von Dingen, die im Alltag ästhetisch relevant werden können: Dinge, die uns begegnen und Dinge, die uns umgeben“. Wird der Alltag etwa durch einen Urlaub durchbrochen, tritt uns die ästhetische Dimension unserer Umgebung stärker ins Auge: Wir betrachten Architektur, Landschaft oder die Menschen in dieser Zeit viel genauer. Wenn sich diese ästhetische Dimension gänzlich in den Vordergrund stellt, handelt es sich um Kunst.

Online-Video (55:23)
Wie viel Schönheit verträgt der Mensch? (SRF)
In der Sendung Sternstunde Philosophie diskutieren die Philosophin Lisa Schmalzried und die Schönheitschirurgin Eva Neuenschwander mit Juri Steiner darüber, inwiefern der Mensch ästhetischen Normen unterliegt. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum der Mensch nach Schönheit strebt. Immer mehr Menschen legen sich unters Messer, um einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen; wer in diesem Sinne schön sein will, muss leiden. Weitere Beiträge des SRF zu diesem Thema finde sich auf dessen Seite: Kampfzone Bikini.

Online-Artikel (Spiegel)
Die Suche nach der Quelle der Schönheit (Andreas Weber)
„Hat die Schöpfung einen Sinn für Ästhetik? Liegt in der Natur der Ursprung des Schönen?“ Mit diesen Fragen beschäftigt sich Andreas Weber in seinem Artikel. Er beginnt seine Erläuterungen mit einer Bezugnahme auf Ernst Haeckel. Dieser zeichnete um 1900 Meereslebewesen mit enormer Präzision und einem hervorstechenden Prinzip: dem der Schönheit, das Haeckel in der Natur selbst exemplifiziert fand. In der Genauigkeit seiner Darstellung stand er den Künstlern der Zeit – wie etwa Picasso, Kandinsky oder Cézanne – konträr gegenüber. Ausgehend von diesem Beispiel untersucht Weber die Zusammenhänge von Natur, Schönheit und Leben. Er sieht mit unserer Epoche eine ästhetische Krise beginnen, die mit der Krise des Lebendigen und somit der Natur einhergeht; er spricht hier von einem „Schwinden des Schönen“.

Buchempfehlung
Adolf Loos: Gesammelte Schriften
Adolf Loos lebte von 1870 bis 1933 und gilt heute als einer der Pioniere der Moderne. Durch seine oft radikalen Ansichten über Architektur, Mode und Design, die er in Essays, Vorträgen und Postulaten niederschrieb, kommt dies zur Geltung. 2010 erschienen seine verfassten Schriften erstmals in abgedruckter Form. Die Architektur betreffend war er der Auffassung, dass nur die radikale Vereinfachung der Formen und der Ausschluss von Ornamenten an der Fassade zu guter Architektur führen könne. Von außen entsprachen seine Bauten der „Tabula rasa“ und im Innenraum konnte die Individualität ausgelebt werden.

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2.2 Design, Städtebau und Architektur

Bezug Manuskript: S. 4, 15; Bezug Audio 4:05, 18:15

Internetseite
Designwissen für Lehrer, Schüler und Interessierte
Was genau ist Design? Welche Theorien wurden von wem dazu verfasst? Ging es schon immer um die Formgebung und Gestaltung mit dem Schwerpunkt auf der Funktionsweise des jeweiligen Gegenstandes? Auf der Internetseite findet der Designinteressierte einen leichten Einstieg in das Thema Design und Produktanalyse. Über verschiedene Suchkriterien lassen sich Texte, Videos und Unterrichtseinheiten abrufen.

Internetseite
Rat für Formgebung (german-design-council.de)
Wie sieht gutes Design aus und welche Aufgabe versteckt sich hinter durchdachter Gestaltung? Diese Frage stellte man sich bereits 1949 auf der New Yorker Exportmesse. Dort zeigte das damalige Nachkriegsdeutschland zeitgenössische Projekte und Ideen aus dem Bereich Design und bekam dafür schlechte Kritik. Als Reaktion auf die negative Rückmeldung beschloss die Bundesrepublik Deutschland, eine Institution zu gründen, die sich als Schnittstelle für Wirtschaft und Design verstand – der Rat für Formgebung war geboren. Vor sechzig Jahren begann der Rat seine Arbeit an der „Implementierung von Design als Wirtschafts- und Kulturfaktor in Form von Ausstellungen, Wettbewerben, Konferenzen, Publikationen“.

Online-Artikel (Kulturelle Bildung online)
Architektur und Design (Barbara Shatry, Ernst Wagner)
In diesem Artikel werden Architektur und Design gemeinsam betrachtet. In unserem Lebensumfeld sind sie oft kaum zu trennen. Menschen gestalten ihr Umfeld nach funktionalen sowie ästhetischen Prinzipien. Ständig nehmen diese Prinzipien Einfluss auf unsere Lebensführung; desto wichtiger ist es, dass wir ein Wissen über Architektur und Design erlangen, um uns kritisch mit unserer gebauten und designten Umwelt auseinanderzusetzen.

Online-Artikel (ZEIT online)
Und davon soll ich träumen? (Hanno Rauterberg)
„Deshalb sage ich: Architektur ist Geschmackssache. Und ich meine damit den Geschmack als eine Form sozialer Intelligenz.“ Im Artikel der ZEIT wird die Reichweite eines bestehenden Elite- und Architekturproblems in Deutschland erörtert. Dörfer und Städte in Deutschland sind durch sowohl hässliche als auch teure Baulandschaften gekennzeichnet. Dabei stellt sich die Frage, wie man aus all der Hässlichkeit entfliehen kann. Der Vorschlag des Autors: Die Architektur ist auf einen „sensus communis“ angewiesen, das heißt auf ein Gespür, das viele Menschen verbindet. Bauwerke stehen nicht unabhängig für sich in der Welt. Sie sind immer dem Verhältnis zur ihrer Umgebung ausgesetzt. Die Schönheit des Städtebaus wird nicht durch eine strikte Annahme von (Bau-)Vorschriften erlangt, sondern durch die freie Gestaltung eines „sensus communis“. Ein Architekt, der ein solches Gespür besitzt, kann wissen, wie seine Bauwerke wirken und welche Normen er annimmt und zurückweist. Bei diesem ästhetischen Diskurs spielen gleichzeitig auch ethische Themen wie die Lebensführung und der Umgang mit Mitmenschen eine entscheidende Rolle.

Online-Artikel
Design gegen und für: Gimme Shelter (form)
Der Artikel konstatiert einen zunehmenden Schwund des öffentlichen Raumes. Architektur werde instrumentalisiert, um bestimmte Individuen von unserer Gesellschaft auszuschließen. Unsere Städten sind am konsumierenden Menschen ausgerichtet. Doch wo sollen diejenigen Menschen hin, die in unserer Gesellschaft nicht konsumieren wollen oder können – wie etwa Obdachlose? Im Artikel der Design-Zeitschrift form werden städtische Maßnahmen genannt, die zum Ausschluss bestimmter Menschengruppen führen. Viele Künstler, Designer und Aktivisten entwickeln Strategien und Produkte, um den „menschenverachtenden“ öffentlichen Raum zurückzugewinnen. Einige Strategien und Produkte sollen durch schockierende Funktionalität Aufsehen erregen und möglichst ein Umdenken in unserer Gesellschaft bewirken. Jogginganzüge, die das bequeme Sitzen und Liegen im öffentlichen Raum ermöglichen, Vehikel zur mobilen Fortbewegung und Wohnsysteme, die sich den Bedürfnissen ihres Bewohners anpassen, werden hier vorgestellt.

Online-Artikel
Partizipative Stadt- und Raumgestaltung (bpb)
Die Lebensqualität einer Stadt hängt von den nutzbaren öffentlichen Räumen für Bürgerinnen und Bürger ab. Freiräume schaffen Platz für das öffentliche Leben. Von Treffpunkten für Unterhaltung und Kunst über Erholungsplätze bis hin zu Gelegenheiten für die Bewegung bietet der städtische Raum eine Vielfalt an Möglichkeiten. Allerdings sind die Kassen vieler Kommunen leer. Immer häufiger werden Projekte gestartet, bei denen Bürgerinnen und Bürger die Freiheit zugesprochen bekommen, öffentliche Plätze mitzugestalten. Im Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung werden drei Berliner Orte (das Wriezener Freiraumlabor, der Prinzessinnengarten und der Flughafen Tempelhof) vorgestellt, die unter bürgerlicher Beteiligung neu- oder umgestaltet worden sind. Diese Projekte zeigen vor allem die Möglichkeiten von bürgerlicher Partizipation auf. Anwohner können direkten Einfluss auf die Gestaltung ihres Lebensumfelds nehmen und identifizieren sich zunehmend mit ihrem Stadtteil. Unterschiedliche Interessen treffen aufeinander; Kompromissbereitschaft aller Beteiligten ist erforderlich, um Konflikte zu vermeiden oder zu lösen. Hierbei ist auch die Unterstützung der Stadt notwendig, deren Aufgabe es ist, zu moderieren und qualitätssichernd in den Gestaltungsprozess einzugreifen, um die Umsetzung des Projekts sicherzustellen.

Artikel-Sammlung
Politische Stadtgestaltung: Banksy (Spiegel)
Der Spiegel bietet in dieser umfangreichen Sammlung viele Bilder und Artikel zu den politischen und sozialkritischen Graffitis von Banksy. Banksy ist ein britischer Straßenkünstler, der mit seinen Graffitis das Stadtbild zunächst in Bristol und London, mittlerweile aber auf der ganzen Welt verändert hat. Er greift auf Techniken der sogenannten Kommunikationsguerilla zurück. Sein Stil ist geprägt von Schablonen zum Auftragen seiner Graffitis und von der Einbindung des architektonischen Umfelds in seine Werke.

Internetseite
Das Bauhaus
Das Bauhaus wurde 1919 von dem Architekten Walther Gropius als das „Staatliche Bauhaus zu Weimar“ gegründet. In einem vierseitigen Manifest beschrieb Gropius ein detailliertes Lehrprogramm sowie die Leitfigur des Bauhaus: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! […] Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur und Plastik und Malerei, der aus Millionen Händen der Handwerker einst gen Himmel steigen wird als kristallenes Sinnbild eines neuen kommenden Glaubens.“ Dies brachte eine künstlerische Revolution in Design und Architektur mit sich: die „Grundelemente“ Schönheit, Funktionalität und Innovation sollten in jedem Entwurf – von Gebäuden wie von Möbelstücken – erkennbar sein. Die Kunst sollte Teil des Alltags werden. So wurde eine einfache, klare Ästhetik maßgebend. Zudem wurden neue Materialien wie Glas und Stahlrohr in den verschiedenen Entwürfen verwendet; 1922 entstand der erste Stuhl aus Stahlrohr, der Wassily-Chair von Marcel Breuer. In der Architektur herrschten Vereinfachung, Reduzierung und Normierung der Formen vor. Die Gebäude sollten in erster Linie wirtschaftlich und funktional sein. Diese Prinzipien wurden 1928 von Hannes Meyer als neuem Schulleiter noch radikalisiert. Der Architekt Ludwig Mies van der Rohe wurde 1930 der letzte Bauhaus-Direktor – mit der Machtergreifung der Nazis 1933 erfolgte die Schließung des Bauhaus. Ansässig war das Bauhaus in Weimar, Dessau und Berlin; die Visionen der Lehrer und Schüler lassen sich heute jedoch Gebäuden auf der ganzen Welt erkennen, etwa in Tel Aviv und in New York.

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2.3 Mode

Bezug Manuskript: S. 6, 12; Bezug Audio 5:20, 13:15

Besser ist es aber immer, ein Narr in der Mode
als ein Narr ausser der Mode zu sein.

Immanuel Kant

Online-Artikel
Was ist guter Geschmack in der Mode? (SZ Magazin)
Die Kulturwissenschaftlerin Barbara Vinken antwortet auf die Frage nach der Definition des guten Geschmacks im Gespräch mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung: Guter Geschmack in der Mode entfaltet sich auch in meiner Relation zu meinem Gegenüber, dem ich mit meiner Kleidungswahl etwas kommuniziere. Im Interview werden außerdem prominente Beispiele von gutem und schlechtem Geschmack thematisiert und die Frage, wer die Normen der Mode eigentlich bestimmt.

Online-Zeitschrift-Ausgabe
Mode, Models, Macher (SPIEGEL-special)
Diese Ausgabe von Spiegel special vom September 1996 bietet unter der Überschrift „Mode, Models, Macher“ eine abwechslungsreiche Sammlung von Zitaten, kurzen Texten und sogar Gedichten zum Thema Mode. Das Heft umfasst insgesamt 142 Seiten, durch die man sich hindurchklicken kann. Auf den einzelnen Artikelseiten findet sich links neben dem Text jeweils eine Möglichkeit, den „Artikel als PDF“ herunterzuladen; so sind auch Erscheinung und Bebilderung der ursprünglichen Ausgabe einsehbar.

Blog
Dailyrewind
Die Frankfurter Hörfunk-Journalistin Hindi Kiflai hat ein Experiment unternommen. Sie will 365 Tage lang nur Second-Hand-Kleidung tragen und auf fabrikneue Kleidung verzichten. Kiflai möchte zu nachhaltigerem Konsum inspirieren, ohne einen moralischen Anspruch zu erheben. Von ihrem Projekt berichtet sie in ihrem Blog Dailyrewind. Im Rahmen ihres Experiments kooperiert sie mit Oxfam. Kiflai leiht sich dort Kleidung aus, trägt sie und fotografiert sie für ihren Blog. Wenn sie die Kleidung nicht kauft, bringt sie sie gewaschen zurück.

Zu Fashion-Ikonen
Die Modewelt wird immer wieder neu geprägt von einzelnen Personen, den sogenannten Fashion-Ikonen. Als „einflussreichste Frau der Modewelt“ gilt Anna Wintour, Chefredakteurin der amerikanischen Vogue. Doch nicht nur sie, sondern auch Personen aus vielen anderen Bereichen machten und machen die Mode zu dem, was sie heute ist. Time hat eine Liste der einflussreichsten Designer und Marken, Models, Musen, Fotografen, Redakteure und Stylisten seit der Ersterscheinung von Time im Jahr 1923 aufgestellt, die ALL-TIME 100 Fashion Icons.

Veranstaltungsreihe
fashion x – genderkritische Perspektiven auf Kleidung und Mode
Bei der zweiwöchigen Veranstaltungsreihe fashion x, die 2013 stattfand, wurden im Rahmen von Vorträgen, Diskussionsrunden, Workshops sowie einer Ausstellung der Fotostrecke “beyond fashion“ von Susanne A. Friedel „genderkritische Perspektiven auf Kleidung und Mode“ entwickelt. Unter anderem sprach die Chefredakteurin der feministischen Zeitschrift Missy Magazin Sonja Eismann in ihrem Vortrag über „Fashion’s Utopias – Über das utopische Potenzial von Mode“. Dabei beleuchtete sie gegenwärtige Konzepte und zukunftsträchtige Ideen von Modeentwürfen und Produktion unter Einbezug historischer Perspektiven. Auf der Internetseite der Berliner Kulturwerkstatt alpha nova & galerie futura sind Kurzbeschreibungen von Eismanns und weiteren Vorträgen zu diesem Themengebiet zu finden.

Buchempfehlung
Absolute Fashion (hg. v. Sonja Eismann)
Die Kulturwissenschaftlerin stellt in diesem Band in vier Kapiteln historische Basistexte des Modediskurses ab Mitte des 19. Jahrhunderts vor, unter anderem von Amelia Bloomer und Georg Simmel. Absolute Fashion erscheint als Teil der Sachbuchreihe „absolute“ des Verlags Orange Press, die sich mit Schlüsselelementen des 20. und 21. Jahrhunderts beschäftigt. Eine kurze Besprechung des Buches ist bei Deutschlandradio Kultur zu lesen.

Zu Begriffen der Modesoziologie
Die folgenden drei Begriffe der Modesoziologie sind vor allem durch Georg Simmel geprägt. Sie sind essentiell für das Verständnis des steten Wandels der Mode durch Entstehen neuer Trends, die stark von sozialen, aber auch wirtschaftlichen Faktoren abhängig sind.

  • Trickle-down-Effekt
    Der Trickle-down-Effekt (oder auch: “dressing up”) ist ein Effekt in der Mode, den zuerst Simmel und Veblen beschrieben. Es handelt sich um die Annahme, dass die unteren Klassen die oberen in der Mode imitieren, um als mehr zu erscheinen, als sie eigentlich sind. Die Mode entsteht also “oben” und “sickert herunter”. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Wirtschaftswissenschaft.
  • Trickle-up-Effekt
    Das Gegenteil von Trickle-down ist die These des Trickle-up-Effekts (oder auch: “dressing down”): Mode aus unteren Schichten wird in höheren Schichten getragen. Yves Saint Laurent beispielsweise begann damit, die Mode der Straße von Paris in die der höheren Klassen zu übernehmen und zu ersetzen.
  • Cross-dressing
    Wenn die beiden obigen Phänomene miteinander verschmelzen, spricht man von Cross-dressing. Dieser Effekt bezeichnet überdies auch das Auflösen der Differenzen der Geschlechter in der Mode. Nicht nur die verschiedenen Klassen beginnen also, sich in der Mode an der jeweils anderen zu orientieren, um als etwas zu scheinen, was sie eigentlich nicht sind, sondern auch Männer und Frauen. Cross-dressing hat nicht unbedingt etwas mit der Geschlechtsidentität zu tun; es kann auch im Zusammenhang mit Show und Theater oder als politische Aussage auftreten.

Buchempfehlung
Barbara Vinken: Angezogen. Das Geheimnis der Mode (Klett-Cotta Verlag)
Neben einen Ausflug in die Modephilosophie von Simmel und in die Theorien des Ökonoms Veblen umfasst Vinkens Buch auch eine ausführliche Abhandlung der geschichtlichen Entwicklung der Mode, ihrer Phänomene und vor allem von Genderfragen – auch schon im Zeitalter Marie Antoinettes. Letzten Endes zeigt die Autorin auf, dass Unisex und Crossdressing, Dressing-up und Dressing-down nur eins bedeuten: Die Regel ist, dass es in der Mode keine Regeln gibt, nur Zeitgeister und Phänomene.

Collage (Quellen: Wikimedia Commons, 1, 2, 3, 4)

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2.4 Ökologie und Nachhaltigkeit

Bezug Manuskript: S. 21; Bezug Audio 27:20

Online-Video (4:31)
Mode aus Müll, von Katell Gélébart (ARD)
Die Sendung Titel, Thesen, Temperamente stellt in diesem kurzen Video die nachhaltige Modedesignerin Katell Gélébart mit Ihrem Label ART D’ECO vor. Die modebewusste Umweltaktivistin wuchs in der Bretagne auf und studierte Kunstgeschichte. Bereits in Ihrem Elternhaus war Wiederverwertung ein wichtiges Thema und konsequenterweise kreiert sie heute Kleidung, Möbel und Taschen aus Müll. Ganz nach dem Kredo „Müll ist Gold“ schafft sie Neues aus weggeworfenen Materialien und gibt dem scheinbar Nutzlosen so eine neue Funktion. Auch der Spiegel widmete ihrer aufsehenerregenden Arbeitsweise einen Online-Artikel (Spiegel).

Online-Artikel & Podcast (27:00)
Rückkehr der Altkleider (Deutschlandradio Kultur)
In Deutschland werden die meisten Altkleider gesammelt und in Entwicklungsländer verschickt. Dort werden sie auf Märkten verkauft. Allerdings sind einige Altkleider nicht mehr tragbar und landen auch dort auf dem Müll. Die zwei Schwestern Nelly und Nelsa Guambein aus Mosambik suchen und kaufen die Kleidung, die keiner mehr haben möchte. Die gefundenen Altkleider verwandeln die beiden dann in trendige Vintage-Kleidungsstücke, die sie wieder zurück nach Europa verkaufen. Der Beitrag vom Deutschland-Radio berichtet, wie sich so der Kleider-Kreislauf schließt.

Zum nachhaltigen Bauen
Nachhaltiges Bauen ist ein immer größer werdender Zweig der Architektur, in dem neben funktionalen und ästhetischen auch ethische Aspekte berücksichtigt werden sollen. Der Begriff bezeichnet nach Wikipedia sowohl die Nutzungsweise, aber auch den Prozess der Planung und Bauführung, die in einem Gesamtkonzept die Werte der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Diese sind:

  • Bewahrung des Ökosystems
  • Bewahrung der Umwelt
  • Nutzen für Mensch und Gesellschaft
  • Optimierung des ökonomischen Potenziales

Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen ist ein seit 2007 existierender Verein, der sich für die Förderung nachhaltigem Bauen einsetzt. Sie möchte Verantwortung für Probleme wie Klimawandel und Ressourcenverknappung übernehmen und konkrete Maßnahmen dagegen fördern. Auch die Stadt Frankfurt setzt sich für nachhaltiges Bauen ein. Im Rahmen der Kampagne Green Building FrankfurtRheinMain vergaben die Städte Frankfurt am Main und Darmstadt sowie der Regionalverband FrankfurtRheinMain gemeinsam schon mehrmals einen Architekturpreis für Vorreiter im nachhaltigen Bauen. Die Gewinner der Preise kann man sich auf der Seite des Green Building Award ansehen.

 

Zum Urban Gardening
Der urbane Gartenbau (Wikipedia-Artikel) bezeichnet eine gärtnerische Nutzung kleinerer Flächen im Stadtgebiet, die sich an der nachhaltigen Bewirtschaftung und der ästhetischen Aufwertung städtischer Brachflächen orientiert. Diese Art des Gartenbaus war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts weitgehend Normalität, bis eine Modernisierung der Transportwege einsetzte und der arbeitsintensive Anbau regionaler Lebensmittel auf kleinen Flächen unrentabel schien. Urban Gardening fand zunächst vor allem in den US-amerikanischen Großstädten Anklang, wird aber zunehmend auch in Europa wiederbelebt. Die folgende Auswahl an Internet-Ressourcen gewährt einige Einblicke in die ethischen und ästhetischen Beweggründe urbaner Gärtnerinnen und Gärtner:

  • Online-Video (3:10)
    Urban Gardening in Frankfurt am Main (ARD)
    In diesem Video wird gezeigt, wie aktiv das Stadtbild verändert werden kann. Das Ziel kleiner städtischer Gärten ist nicht nur die Begrünung kahler Wände, sondern auch die Selbstversorgung mit Kräutern, Gemüse und sogar Obst vom eigenen Balkon.
  • Internetseite
    Urban Gardening in Frankfurt am Main
    Seit Beginn 2014 hat bürgerliches Engagement das Urban Gardening auch nach Frankfurt am Main gebracht. Angestrebt wird ein Umfeld, das sowohl bedrohten Arten einen Platz bietet, als auch den Anbau nachhaltiger Lebensmittel ermöglicht. Das Bewusstsein für die verheerenden Auswirkungen der globalisierten Lebensmittelproduktion war der entscheidenden Auslöser. Berichtet wird über die grünen Oasen an Bahnhöfen und Stadtbrachen der Blog Frankfurter Beete.
  • Online-Blog & Diplomarbeit (PDF, 121 S.)
    Oasen im Beton (urban-gardening.eu)
    In diesem Blog zum Urban Gardening wird eine Diplomarbeit zum Download angeboten, die sich u.a. mit ästhetischen und ethischen Aspekten des Urban Gardenings befasst. In der Arbeit des Raumplaners Carlos Tobisch von der TU Dortmund geht es in Abschnitt 3.4 um den städtischen Garten als Ort der Gemeinschaft, der Integration und des sozialen Engagements; in 4.3 um die ästhetische Aufwertung städtischer Flächen.
  • Internetseite
    Grow New York City
    Die non-profit Organisation GrowNYC besteht seit 1970. Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität in New York City durch Gartenbau Block für Block nachhaltig zu verbessern. Neben Gärten und Grünflächen betreiben sie auch eigene regionale Märkte und setzen sich für Recycling und eine zeitgemäße Umweltbildung ein.

Online-Artikel (planet-wissen)
Die Symbiose von Architektur und Natur (César Manrique)
Ein eindrückliches Beispiel für den Städtebau mit einer kulturellen und ökologischen Botschaft ist das Schaffen von César Manrique (1919 – 1992) auf der kanarischen Urlaubsinsel Lanzarote. Er war Maler, Architekt, Bildhauer, Designer und auch Umweltschützer. Sein erklärtes Ziel ist es, Architektur und Natur in einer Symbiose aufleben zu lassen. So setze er bei der Inselregierung durch, dass kein Bauwerk höher als eine kanarische Dattelpalme sein solle und dass jedes Gebäude nach der traditionellen Inselarchitektur erbaut wird. Lanzarote sollte geschützt werden, vor allem gegen Massentourismus, und der „schönsten Platz der Welt“ werden. Sein Einfluss ist auch heute noch Jahrzehnte nach seinem Tod stark zu spüren.

Das Thema der Nachhaltigkeit und seine philosophischen Implikationen werden in der folgenden Sendung Nr. 14 des Funkkollegs Philosophie weiter vertieft, wenn wir fragen:
Müssen wir die Erde für unsere Urenkel schonen?

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3. Personen

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Informationen zu den Interviewpartnern der Sendung und den einschlägigen Persönlichkeiten der Philosophiegeschichte finden Sie in der folgenden Auflistung.

# Roland Barthes
Roland Barthes (1915 – 1980) war ein französischer Philosoph, Schriftsteller und Literaturkritiker, der verschiedene Methoden aus Strukturalismus, Dekonstruktion und Psychoanalyse nutzte, um kulturelle Artefakte wie Texte, Theaterstücke, Filme oder Mode zu analysieren. Er gilt als Mitbegründer des Poststrukturalismus und als bedeutender Theoretiker der Semiotik. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit wurden insbesondere seine Arbeiten zu Erscheinungsweisen und Funktion der Mythen des Alltags bekannt. Sein erfolgreiches, 1977 erschienenes Werk Fragmente einer Sprache der Liebe hat nicht zuletzt aufgrund der Bekenntnisse zur eigenen Homosexualität weite Beachtung erfahren.

# Simone de Beauvoir
Simone de Beauvoir (1908 – 1986) war eine französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin, welche ihre politische Haltung durch zahlreiche Romane, Essays und Erzählungen publizierte. Ihr Engagement in der internationalen Frauenbewegung fand seinen Ausdruck in ihrem berühmtesten Werk Das andere Geschlecht (1949), das als Meilenstein des Feminismus gilt. Ihre philosophische Ausrichtung am Existentialismus fand außerdem Eingang in mehrere Romane. Mit ihren kritischen und feministischen Publikationen sah sie sich Kritiken sowohl aus rechts-konservativen als auch linken kommunistischen Kreisen gegenüber.

# Walter Benjamin
Walter Benjamin (1892 – 1940) war ein bedeutender deutscher Philosoph und Literaturkritiker. Seine philosophischen Interessen verschieben sich im Lauf seines Lebens von einer theologisch inspirierten Sprachphilosophie hin zur ästhetischen und kunstkritischen Betrachtung einmaliger Erfahrungen. Neben den sprachphilosophischen, materialistischen und geschichtsphilosophischen Schriften sind deshalb insbesondere seine Schriften zu Personen, Werken oder Ausdrucksmedien von Bedeutung. Sein Werk Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, gilt als Inspiration für Adorno, mit dem Benjamin neben Brecht befreundet war. Während Adorno die reproduzierbare Kunst aber vor allem kritisch beleuchtete, konnte Benjamin dem Verlust auratischer Einmaligkeit vor allem im Bereich der Fotografie auch positive Aspekte abgewinnen.

# Sonja Eismann
Sonja Eismann (* 1973) ist eine deutsche Journalistin und Kulturwissenschaftlerin, die seit 2008 Mitherausgeberin und Chefredakteurin des Missy Magazine ist. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Repräsentation von Geschlecht in der Populärkultur sowie dem Dritte-Welle-Feminismus und der Modetheorie. Sie ist außerdem Herausgeberin verschiedener Bücher, 2013 beispielsweise Glückwunsch, du bist ein Mädchen!

# Immanuel Kant
Immanuel Kant (1724 – 1804) gehört zu den prominentesten Persönlichkeiten der Philosophiegeschichte. Er wurde am 22. April 1724 in Königsberg (heute Kaliningrad, Russland) als viertes von acht Kindern geboren. Während seiner Schulzeit erhielt er eine strenge religiöse Erziehung. Bereits mit sechzehn Jahren studierte er an der Königsberger Universität zahlreiche Fachgebiete, darunter Philosophie, Physik und Mathematik. Im Todesjahr seines Vaters (1746) unterbrach er das Studium und blieb bis zur Wiederaufnahme 1754 als Hauslehrer beschäftigt. Nach der Habilitation im Jahr 1755 erhielt er die Stelle eines Privatdozenten, u.a. für Logik, Metaphysik, Mechanik, Mathematik, Naturrecht, Pädagogik, Moralphilosophie und Theologie. Im Jahr 1770 wurde er nach einigen erfolglosen Bewerbungen auf den Königsberger Lehrstuhl für Logik und Metaphysik berufen. Fast sein ganzes Leben verbrachte Kant in seiner Heimatstadt, wo er am 12. Februar 1804 starb.
Zu Kants Hauptwerken zählen die Kritik der reinen Vernunft, Kritik der praktischen Vernunft, Kritik der Urteilskraft sowie die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.
In seiner Kritik der reinen Vernunft untersucht Kant die Grundlagen menschlicher Erkenntnisfähigkeit. Zu der Frage, wie es überhaupt möglich sei, einen Gegenstand zu erkennen, formuliert Kant eine neuartige Antwort:  Nicht der Mensch habe sich nach den Gegenständen zu richten, sondern die Gegenstände seien dem Erkenntnisvermögen des Menschen unterworfen. Dabei setzt er im Bemühen, zu einer sicheren Erkenntnis zu gelangen, zunächst auf die Erfahrung. Eine reine, von aller Erfahrung unabhängige Erkenntnis (a priori) sei nicht möglich.
Alle menschlichen Erfahrungen sind jedoch bestimmten Erkenntnisbedingungen unterworfen, denen Kant  in seiner Reflexion zu den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnissen nachgeht. So ist menschliche Erfahrung nur unter den Bedingungen von Raum und Zeit sowie nach der Maßgabe spezifischer Kategorien (Qualität, Quantität, Relation, Modalität) möglich.
Diese Fundierung der menschlichen Erkenntnis im Erfahrungsbegriff mündet in die Destruktion der tradierten Gottesbeweise.

# Konrad Paul Liessmann
Konrad Paul Liessmann (* 1953) in Kärnten, studierte in Wien Philosophie, Geschichte und Germanistik. Am Institut für Philosophie der Wiener Universität ist er als Professor tätig. Darüber hinaus hat er sich als Literaturkritiker und Essayist einen Namen gemacht. Liessmann veröffentlicht vor allem zu Themen aus den Bereichen: Ästhetik, Gesellschaftstheorie, Kulturphilosophie sowie Medientheorie. In der jüngeren Vergangenheit hat sich Liessmann als streitbarer Querdenker in bildungspolitische Debatten eingemischt und mit dem wissenschaftlichen Bestseller Theorie der Unbildung auf sich aufmerksam gemacht. Auf Liessmanns Homepage, die über den den ersten Link dieses Kurzporträts zu erreichen ist, finden sich zahlreiche weitere Links zu Texten Liessmanns, die online verfügbar sind.
Interessant ist auch eine Seite von Perlentaucher.de, die den österreichischen Philosophen und Publizisten sowie seine wichtigsten Bücher vorstellt und Rezensionen dazu präsentiert.

# Jean-Jacques Rousseau
Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) prägte den Begriff der Volkssouveränität. Der gebürtige Schweizer war der Überzeugung, dass echte Demokratie nur in direkter Form verwirklicht werden könne. Seine staatstheoretischen Anschauungen entfaltete Rousseau im “Contrat Social”, dem ”Gesellschaftsvertrag”. Rousseau beeinflusste mit seinen politischen Ideen nicht nur die französische Revolution nachhaltig. Auch aktuelle Debatten beziehen sich häufig auf Kerngedanken des Philosophen. Im zeitgenössischen Paris verkehrte Rousseau mit Voltaire, Diderot, d’Alembert und anderen Aufklärern und arbeitete am Projekt der Enzyklopädie mit. Bekannt wurde Rousseau mit seiner sog. ersten Abhandlung. Die von der Akademie von Dijon gestellte Preisfrage „Hat die Wiederherstellung der Wissenschaften und Künste dazu beigetragen, die Sitten zu läutern?“ beantwortete Rousseau überraschenderweise mit einem klaren “Nein”. Seine originelle Schrift brachte ihm den Preis der Akademie ein. Rousseau war u.a. als Philosoph, Komponist, Naturforscher und Pädagoge tätig. Neben den bereits genannten Schriften sind seine bekanntesten Werke: “Die Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen”, “Emile oder über die Erziehung”, “Julie oder Die neue Héloïse” und “Bekenntnisse”.

# Georg Simmel
Der deutsche Soziologe und Philosoph Georg Simmel (1858 – 1918) begründete die Konfliktsoziologie sowie die formale Soziologie. Darüber hinaus beschäftigte sich der in der Tradition der Lebensphilosophie sowie des Neukantianismus stehende Simmel vordringlich mit Fragen der Kulturphilosophie, die er nachhaltig beeinflusste, der Kunst und Ästhetik. Wichtige Schriften Simmels zur Ästhetik und Kulturphilosophie publiziert der Suhrkamp Verlag.
Simmel war verheiratet mit der Schriftstellerin und Malerin Gertrud Kinel. Das Ehepaar verkehrte mit prominenten intellektuellen Zeitgenossen, z. B. Rainer Maria Rilke, Edmund Husserl, Marianne und Max Weber u. a.
Als Simmels Hauptwerk gilt seine Philosophie des Geldes. In diesem Band setzt er sich kritisch mit dem Einfluss auseinander, den das Geld auf das Individuum, die Gesellschaft sowie die Politik ausübt. Simmel vertritt einerseits die These, dass die Etablierung der Geldwirtschaft dem Menschen große Vorteile gebracht habe. Dazu zählt er die Entfaltung moderner demokratischer Gesellschaften sowie der Überwindung des Feudalismus. Andererseits weist Simmel auf die mit der Verbreitung der Geldwirtschaft verbundenen Nachteile hin. Der Philosoph kritisiert vor allem die enorme Abhängigkeit des modernen Menschen vom Geld. Sogar das Selbstwertgefühl von Individuen sowie deren private Lebensmaximen werden Simmel zufolge vom Geld beeinflusst, das in der modernen Lebenswelt zum Selbstzweck werde.

 

# Martin Seel
Martin Seel (* 1954) hat seit 2004 die Professur für Theoretische Philosophie am Institut für Philosophie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main inne. Er ist Gründungsmitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität und forscht in diesem Rahmen zu den Themen „Quellen moralischer Normativität“, „Rechtfertigungsnarrative: das Beispiel des gegenwärtigen Kinos“ und „Gesetz und Gewalt im Kino“. Zu dieser Vorlesungsreihe ist jüngst der gleichnamige Band erschienen. Gerade zum Bereich der Ästhetik veröffentlichte Seel zahlreiche Bücher und Artikel, unlängst Die Künste des Kinos. Eine Besprechung des Buches durch Jürgen Kaube veröffentlichte die FAZ.

# Barbara Vinken
Barbara Vinken (* 1960) ist Professorin für Französische sowie Allgemeine Literaturwissenschaft am Institut für Romanische Philologie der Münchner Universität. Sie promovierte in Konstanz und Yale und habilitierte sich an der Universität in Jena. Vinken hat Bücher zu Beauvoir, Flaubert, Kleist, Schiller u. a. veröffentlicht und sich kritisch mit dem Mythos der deutschen Mütterlichkeit auseinandergesetzt. Als Gastprofessorin war sie an zahlreichen Universitäten etwa in New York, Paris und Chicago tätig. Auch als Publizistin machte Vinken sich einen Namen. Sie schreibt regelmäßig für Cicero, Die Zeit und die Neue Züricher Zeitung. In ihrem 2013 erschienen Essay “Angezogen” beschäftigt sich die Literaturwissenschaftlerin mit dem Phänomen der Mode. Rezensionsnotizen zu diesem Band bietet Perlentaucher.de.

# Ludwig Wittgenstein
Ludwig Wittgenstein (1889 – 1951) gehörte einer einflussreichen und wohlhabenden Wiener Familie an. Nach einem abgeschlossenen Ingenieurstudium in Wien, nahm er zunächst eine Tätigkeit an der Universität in Manchester auf. Dort wuchs sein Interesse an Philosophie und Logik, sodass er Manchester schließlich verließ, um in Cambridge ein Philosophiestudium zu beginnen. Er promovierte mit dem berühmten Tractatus logico-philosophicus. Wittgenstein beschäftigte sich mit Fragen der Sprachphilosophie, Ästhetik, Philosophie der Psychologie und der Mathematik. ZEIT online stellt den Studenten Wittgenstein vor.

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4. Didaktik

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4.1 Curriculare Bezüge

Lehrplan Philosophie:

  • Q3 – Ästhetik und Sprachphilosophie

Lehrplan Ethik:

  • 9G.4 – Menschenbilder II: Das Interessen an der Welt – Menschenbilder und ihre Ethik
  • Q4 – Natur und Technik: Zukunftsorientierte Begründungen verantwortlichen Handelns

4.2 Lern-Ressourcen

Online-Blog
Rohmaterial – Ästhetisch-didaktisches Labor: Müll
Der Blog Rohmaterial stellt eine Reihe von Unterrichtskonzepten zur Verfügung. Er bietet eine Inspirationsquelle für fächerübergreifenden Unterricht, etwa für Philosophie, Ethik, Politik und Wirtschaft, Kunst, Erdkunde und Biologie. Die Themen Kunst aus Müll, Recycling (Up- und Downcycling) und Neues aus Müll erschaffen werden hier didaktisch aufgearbeitet. Den Schülern und Schülerinnen wird die Möglichkeit gegeben, nicht nur auf der Konsumenten-Seite zu stehen, sondern auch einmal Produzent zu sein. Die Sensibilisierung der Müll-Problematik kann dazu führen, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und ein Bewusstsein für nachhaltigere Lebensweisen zu erlangen.

Online-Website
Aus Alt wird Anders – 80 kreative Upcycling-Ideen
„Upcycling“ bedeutet, aus alten Dingen neue zu machen. Upcycling als kreative Übung kann Abwechslung in den Unterricht bringen. Solche Übungen sind in diverse Unterrichtsprojekte und -phasen integrierbar. Falls keine Ideen für neue Verwendungszwecke alter Gegenstände aufkommen, kann diese Seite mit 80 kreativen Upcycling-Beispielen eine tolle Inspirationsquelle sein. Die Schülerinnen und Schüler können dabei erkennen, dass durch das Upcycling Verantwortung für das bereits Produzierte übernommen wird. – Eine Buchempfehlung zum Thema Upcycling ist der Band Mach neu aus alt von Henrietta Thompson; er enthält neben zahlreichen originellen Anregungen, die teilweise von anerkannten Designern stammen, auch konkrete Arbeitsanleitungen für die eigene Umsetzung.

Online-Unterrichtsmaterial
Nachhaltigkeit beim Kleiderkauf – Ideen für den Unterricht (Schulportal für Verbraucherausbildung)
Auf der Seite des Schulportals für Verbraucherbildung gibt es eine umfassende Reihe von ausgewählten Unterrichtsmaterialien zu den folgenden Themen:

Ab der fünften Klasse geeignet, umfasst das Material Unterrichtskonzepte für jeweils drei Doppelstunden einschließlich einer kurzen Sach- und Didaktik-Analyse sowie Arbeitsblättern und Projektvorschlägen. Darüber hinaus werden durch die zusätzlich angezeigten Links weiterführende Informationen und Ideen gegeben.

Unterrichtskonzept
Zum verantwortungsbewussten Kleidungskauf
Im unterrichtlichen Kontext bietet sich eine Unterrichtseinheit zum Thema gesellschaftliche Verantwortung mit den Schwerpunkten Billigkonsum und Ausbeutung an. Nicht nur das Konsumverhalten von Teenagern orientiert sich oft vor allem an niedrigen Preisen, die zu unüberlegten Anschaffungen verführen können. Auf YouTube werden entsprechende “Beutezüge” billiger Mode gefeiert, wie von der britischen Bloggerin Zoella oder der deutschen Konsumentin Jane. Doch gerade die Billigmodeketten machen aufgrund menschenverachtender Produktionsweisen und eklatanter Sicherheitsmängel von sich Reden, wie im Fall des im April 2013 eingestürzten Rana-Plaza-Fabrik-Gebäudes, in dem über 1100 Menschen ums Leben kamen. „The truth is, that we are rich because they’re poor,“ sagt ein Teilnehmer der Reality-Show „Sweatshop – Deadly fashion“. Ein norwegischer TV-Sender hat darin drei Mode-BloggerInnen am eigenen Leib erleben lassen, was es heißt, in einem Sweatshop in Kambodscha zu arbeiten. Für seine Doktorarbeit am Exzellenzcluster Asien und Europa im globalen Kontext der Uni Heidelberg sammelte Hasan Ashraf sogar mehrere Monate Erfahrungen in einer Textilfabrik in Bangladesch. Geeignete Materialien für den Unterricht finden sich beispielsweise in den folgenden Quellen:

Online-Artikel (bpb)
Architektur in der kulturellen Bildung (Martina Nadansky)
Obwohl Architektur in der Schule und im alltäglichen Leben nur selten thematisiert wird, ist sie ein wichtiger Gegenstand für uns Menschen. Die Vermittlung von Kenntnissen über und die Sensibilisierung für Architektur beschränkt sich in der Schule zumeist auf den Kunstunterricht. Der Bereich Architektur bietet indessen auch für andere Unterrichtsfächer eine immense Themenvielalt. Der Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung gibt einen kurzen Einblick in die Entwicklung der Architekturvermittlung und stellt konkrete Projekte zum “gebauten Umfeld”, zu einzelnen Themen der Architektur und zu fächerübergreifendem Unterricht vor.

Online-Video (6:04)
Architektur der Freien Waldorfschule (Bund der Freien Waldorfschule)
In einem kurzen Video stellt der Bund der Freien Waldorfschulen das anthroposophische Verständnis von Architektur und Ästhetik vor. Die Waldorf- Architektur wird stets als ein lebendiger Organismus angesehen. Dieser soll die Sinne und die ästhetischen Empfindungen der Schülerinnen und Schüler anregen und fördern. Die harmonische Umgebung hat nach Auffassung der Anthroposophen einen entscheidenden Einfluss auf den aktiv-lebendigen Lernprozess der Schülerinnen und Schüler. In Waldorfschulen werden Räume zum Lernen geschaffen, die zugleich Orte der Begegnung sein sollen. Die Architektur soll an die verschiedenen Entwicklungsstufen der Lernenden angepasst sein. Je nach Altersstufe ändern sich die Form und die Farbe der Räume. Die Architektur wird bewusst eingesetzt, um bestimmte Lernsituationen zu unterstützen. Doch darf sie auch nicht bevormundend wirken; das selbständige Lernen steht im Vordergrund.

Online-Artikel
Bildungsarchitektur partizipativ gestalten (bpb)
Die Schule ist ein Ort, an dem Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte tagtäglich gemeinsam lernen und arbeiten. Erfolgreiches Lernen und Arbeiten ist nur in einer Umgebung möglich, in der die Menschen sich wohlfühlen. Die Architektur einer Schule und die Gestaltung der Unterrichtsräume tragen maßgeblich zu der jeweiligen Arbeitsatmosphäre bei. Konkrete Baukonzepte bieten partizipative Gestaltungsprozesse für die Nutzer und Nutzerinnen einer Schule. Ein Interesse an der Mitgestaltung ist dadurch gegeben, dass sie von der Architektur und der Bausituation ihrer Schule betroffen sind. Ihre Teilhabe an der Gestaltung ihrer Bildungsräumlichkeiten führt zu einem hohen Identifikations- und Motivationspotential. Neben einer Auseinandersetzung mit Stilkunde, Baugeschichte und Bautechnik ermöglicht dies auch ein Verständnis für die Architektur und für den Umgang mit dem Raum. Die Frage nach einer angemessenen Architektur, in der sich Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte wohlfühlen, kann nur im Rahmen von Kommunikationsprozessen der verantwortlichen Architekten mit den zukünftigen Nutzern der Gebäuden beantwortet werden. Das bpb-Dossier Kulturelle Bildung stellt vier Praxisbeispiele vor, in deren Kontext politische und kulturelle Bildungsarbeit realisiert wurde. Die Beispiele veranschaulichen, wie sich die handelnden Akteure mit der Architektur und dem Raum jeweils theoretisch und praktisch beschäftigt haben.

Online-Konzept (PDF, 25 S.)
Architektur – Unterrichtsprojekte (Bayerische Architektenkammer)
Die Bayerische Architektenkammer stellt in einem PDF (Download auf der Seite unten) 25 Unterrichtsprojekte vor, die in Zusammenarbeit mit Architekten und Schulen umgesetzt wurden. Eine kurze Projektschilderung und eine fotografische Dokumentation des jeweiligen Projekts geben einen Einblick in die gemeinsame architektonische Arbeit. Die Materialsammlung kann kreative Impulse für entsprechende eigene Schulprojekte geben.

Online-Unterrichtsmaterial
Architektur macht Schule
Im Rahmen des Heidelberger Pilotprojektes „Architektur macht Schule“ sollen gestalterische Perspektiven für Kinder und Jugendliche geschaffen werden. In Zusammenarbeit mit Architekten werden Kompetenzen im Umgang mit Architektur gefördert. Anregungen zur Unterrichtplanung im Bereich Architekturvermittlung findet man in den vier Unterrichtskonzepten: Vom Baum zum Haus, Grundkurs Architektur, Planspiel, Echte und künstliche Lebensräume Jugendlicher.

Online-Unterrichtsmaterial (PDF, 16 S.)
Das Haus der Zukunft – Terralina als Architektin (Deutscher Bildungsserver)
Auf der Seite des Bildungsservers gibt es ein kostenloses Arbeitsheft unter dem Motto „Nachhaltigkeit ist zukunftssichernd“. Das Heft ist für die Grundschule geeignet. Gemeinsam sollen die Schülerinnen und Schüler mit den Figuren Terralina, Lotto und Fridolin auf spielerische Weise ein Bewusstsein für energiebewusstes und nachhaltiges Bauen erlangen. In dem Heft sind kurze einleitende Informationen, Ideen für gemeinsame Arbeitsaufträge und ein Arbeitsblatt zum Thema enthalten.

Projekt
Mein Traumhaus
Zu dem Motto „Ausgefallene Wohnsituationen“ kann man gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ein kreatives Projekt durchführen. Man stellt sich die Frage: Wie würde mein Traumhaus aussehen? Es bietet sich an, der Frage im Rahmen eines fächerübergreifenden Projekts nachzugehen, an dem das Fach Kunst beteiligt sein sollte. Die Schülerinnen und Schüler könnten ihre Vorstellungen und Ideen zu Papier bringen oder ein entsprechendes Modell anfertigen. Die Internetseite Tiny Houses bietet dazu eine Übersicht von verschiedensten ausgefallenen Bauprojekten auf engem Raum. „Minihäuser“, Baumhäuser oder Leben und Wohnen in Zirkuswagen und Seecontainern – alles ist möglich, wie die Seite anschaulich verdeutlicht. Galileo zeigt in einem Videobeitrag elf spektakuläre Häuser.

Online-Datenbank
archINFORM
Auf der Seite der Online-Datenbank für Architektur werden mehr als 57.000 Gebäude und Planungen berühmter Architektinnen und Architekten präsentiert. Die Beschreibung eines Gebäudes ist immer wie ein Steckbrief gestaltet. Kategorien sind dabei: Gebäudetyp, Projektbeteiligte, Adresse, Lageplan, Chronologie und Kurzdarstellung. Die Datenbank kann im Unterricht dabei helfen, schnell Informationen über die Architektur eines Gebäudes zusammenzutragen oder aber Beispiele für bestimmte Arten von Architektur zu finden.

Online-Video (28:42)
Architektur und Design (BR Mediathek)
In dem Video wird das Architekturstudium an der technischen Universität München und das Designstudium an den Hochschulen Coburg und München vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler können erfahren, was die Studierenden in ihrer Ausbildung lernen und wie die zukünftigen Jobchancen in den beiden Bereichen aussehen. Der Einblick, der hier gegeben wird, kann bei der Ausbildungs- und Berufssuche helfen.

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