24 Abschluss: Macht Philosophieren glücklich?

Autor: Ruthard Stäblein

Sendedatum in hr-iNFO: Montag, 18.05.15, 20.30 Uhr
Wiederholungen: samstags, 11.30 Uhr und sonntags, 8.30 Uhr und 20.30 Uhr

Macht Philosophieren glücklich, fragen wir in der letzten Folge des Funkkollegs Philosophie. Und eine Antwort auf diese Frage nehmen wir hier schon einmal vorweg: Aha-Erlebnisse können ein großes Vergnügen bereiten. Und Klarheit ist zwar manchmal auch schmerzlich, sorgt aber für mehr Luftigkeit im Leben.

Die antike Philosophie des Griechen Aristoteles lehrt uns, dass das Glück das „höchste Gut“ ist: Nach Aristoteles ist der Mensch ein strebendes Wesen. Das Ziel ist es, das Gute, das Bestmögliche zu erreichen. Gute Güter werden um ihrer selbst willen angestrebt. Das oberste Gut aber ist das Glück. Dafür gibt es kein Glückslos. Nur wer seine Talente erkennt und ungehindert entfaltet, wer tüchtig ist, der erreicht sein Glück. Und nur der, der Tugenden aufweist, der besonnen handelt, darf sich glücklich nennen.

Die moderne Philosophie des Deutschen Kant erhebt dagegen Einspruch. Glück ist bei Kant nicht der höchste Maßstab, sondern steht unter der Bedingung der Moral. Der Mensch muss sich nach Kant erst als glückswürdig erweisen.

Heutige Philosophen wie Wilhelm Schmid halten dagegen die Suche nach dem Sinn des Lebens für wichtiger als die nach dem Glück. Für den Frankfurter Philosophen Martin Seel sind Moral und Glück zwei verschiedene Welten. Wer das Leben als Ganzes meistern will, der findet eine Balance zwischen den eigenen Wünschen und Bedürfnissen und den Anforderungen der anderen. Die Spannung zwischen Moral und Glück macht das Leben aus. Die Philosophie ist der Navi, der uns hilft, auf dem richtigen Weg zu bleiben.

Sendung zum Thema 24

23:53 min (Download Funkkolleg Philosophie (24), MP3-Audioformat, 21.8 MB)


Zusatzmaterial zum Thema 24

Hier finden Sie ergänzende Texte und Zusatzmaterialien zu dieser Sendung und Themenwoche, zusammengestellt von Studierenden und Dozierenden des Instituts für Philophie der Goethe-Universität Frankfurt am Main, sowie mit Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums.

Zusatzmaterial zu dieser Sendung und Themenwoche