21 Gibt es ein Menschenrecht auf sauberes Wasser?

Autor: Florian Schwinn

Sendedatum in hr-iNFO: Montag, 27.04.15, 20.30 Uhr
Wiederholungen: samstags, 11.30 Uhr und sonntags, 8.30 Uhr und 20.30 Uhr

Alle 3,5 Sekunden stirbt ein Kind, weil es keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hatte. Millionen von Kindern, die nicht verdursten oder an Infektionen durch verschmutztes Wasser sterben, werden zu chronisch Kranken durch die Verseuchung unseres wichtigsten Lebensmittels. Der Kampf ums Wasser ist tödlich – und er wird mit dem Klimawandel heftiger werden. Obwohl es diesen Kampf gar nicht mehr geben dürfte, seit die Vereinten Nationen den Zugang zu sauberem Wasser zum Menschenrecht erklärt haben. Aber wie kann ein Menschenrecht sein, was gehandelt wird? Wie kann der freie Zugang zu etwas Menschenrecht sein, was andererseits Privatbesitz sein darf? Weltweit werden die Quellen, die Reservoirs und Grundwasservorkommen privatisiert. Internationale Konzerne stecken sich ihre Trinkwasserclaims ab. Gerne auch in den armen Ländern, wo immer weniger Menschen Zugang zu sauberem Wasser haben; auch deshalb, weil die Oberflächengewässer längst dauerhaft verschmutzt und ungenießbar sind. Umso wertvoller werden die sauber gebliebenen Reste. Auch in den entwickelten Ländern. Damit lohnt sich der Handel umso mehr. Der Inbegriff einer Allmende, eines Gemeingutes, wird Privatbesitz: das saubere Wasser. Das gleichzeitig das wichtigste Lebensmittel und ein grundlegendes Menschenrecht ist. Nur wo ist die Grenze zwischen diesem Menschenrecht und dem auf Privatbesitz – auch an natürlichen Ressourcen?

 

Sendung zum Thema 21

26:04 min (Download Funkkolleg Philosophie (21), MP3-Audioformat, 23.9 MB)

 


Zusatzmaterial zum Thema 21

Hier finden Sie ergänzende Texte und Zusatzmaterialien zu dieser Sendung und Themenwoche, zusammengestellt von Studierenden und Dozierenden des Instituts für Philophie der Goethe-Universität Frankfurt am Main, sowie mit Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums.

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